Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

Prinzipienorientierte forschende Lernarrangements

Neugierde, Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeitserwartung im Kontext prinzipienorientierter forschender Lernarrangements

Projektleiter
Reitinger, Johannes (johannes.reitinger@ph-linz.at)

durchführende Institutionen
Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

Beginnjahr
2012
Abschlussjahr
2013

Projektbeschreibung
In bereits abgeschlossenen Studien zum AuRELIA-Konzept (vgl. Reitinger 2011; Oyrer, Ressl & Reitinger 2011) konnte gezeigt werden, dass Selbstbestimmung eine zentrale Rolle in intrinsisch motivierten forschenden Lernarrangements spielt. Im Zusammenhang mit intrinsischer Motivation rückt neben Selbstbestimmung auch das Konstrukt der Neugierde (Curiosity; vlg. Kashdan, Gallagher, Silvia, Winterstein, Breen, Terhar & Steger 2009)  ins Blickfeld. Über die Wirkung von Neugierde kann die empirische Forschung zumindest vereinzelt Auskunft geben. Determinierende Variablen, welche zu Kuriosität führen, sind weniger evidenzbasiert festmachbar (vgl. ebd., S. 988). Im Rahmen des Forschungsprojektes „Neugierde, Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit im Kontext prinzipienorientierter forschender Lernarrangements“ soll daher u. a. ein Beitrag zur Transparentmachung von Relationen (Korrelationen) und Wirkbeziehungen (Regressionen) zwischen dem Konstrukt der Neugierde und anderen Konstrukten geleistet werden.
Parallel dazu interessieren im Rahmen dieses Projektes mögliche Determinanten für Selbstwirksamkeitserwartung hinsichtlich der Organisation forschender Lernarrangements. In diesem Zusammenhang scheint die Erfahrung zugestandener Selbstbestimmung  (vgl. Reitinger 2011; Deci & Ryan 2004) sowie ein internalisiertes selbstbestimmtes Menschenbild eine wesentliche Bedeutung zu haben.
Ein letztes Interesse fokussiert den empfundenen Erfolg von Lehrenden hinsichtlich der Umsetzung forschender Lernarrangements. Es wird vermutet, dass die Berücksichtigung konzepttypischer Prinzipien (Vertrauen, Selbstbestimmung, Anschaulichkeit, Sicherheit, Struktur, Personalisierung; (vgl. Reitinger 2011, S. 3f) hier einen förderlichen Einfluss nehmen kann.

Methode
Aus praktischen Erfahrungen mit dem AuRELIA-Konzept, diesbezüglichen Evaluierungsergebnissen und einschlägiger Literatur kann folgende allgemeine Hypothese abgeleitet werden:
Hallgemein: Neugierde, Selbstbestimmung und die Orientierung an den AuRELIA-spezifischen Prinzipien beeinflussen die Selbstwirksamkeitserwartung hinsichtlich der Organisation forschender Lernarrangements bzw. dem empfundenen Erfolg diesbezüglichen Lehrer/-innenhandelns.
Diese allgemeine Hypothese wird in einem analysevorbereiteten Prozess theoretisch untermauert und diesen Erörterungen entsprechend in einzelne spezielle Teilhypothesen strukturiert. Die Teilhypothesen werden gemeinsam mit den zu ihnen in Relation stehenden Konstrukten in Form von so genannten grafischen Strukturgleichungen abgebildet. Solche Strukturgleichungen, welche eine Systematik von Korrelationen, faktorenanalytischen Strukturelementen und Regressionen darstellen, können anhand von Strukturgleichungsmodellanalysen (vgl. Byrne 2010, S. 3ff) genauer unter die Lupe genommen werden. Man spricht dabei von der so genannten Fit-Testung, welche überprüft, ob die empirisch gewonnenen Daten mit dem theoretisch definierten Modell korrespondieren.

Aus der bisherigen theoretischen Auseinandersetzung lässt sich konstatieren, dass insgesamt voraussichtlich drei Modelle entwickelt und geprüft werden können, wobei
a)    das erste Modell die Konstrukte der Selbstbestimmung und der Neugierde,
b)    das zweite Modell die Konstrukte des selbstbestimmten Menschenbildes und der persönlichen Handlungsmuster
c)    und das dritte Modell die Prinzipien von AuRELIA und erfolgreiches Lehrer/-innenhandeln beinhalten wird.
Die diesbezüglichen exakten Strukturgleichungen sind gegenwärtig in Bearbeitung.

Die allgemeine Forschungshypothese bezieht sich auf die Wahrnehmung der oben erwähnten Konstrukte aus der Perspektive der Unterrichtenden und nicht der Lernenden. Insofern werden als Stichprobe Personen konsultiert, die bereits unterrichtsbezogene Erfahrungen mit forschendem Lernen gemacht haben. Konkret handelt es sich dabei um Studierende des zweiten Semesters (Haupt-, Volks- und Sonderschullehramt) der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz (N=500), die im Rahmen von Studienleistungen  Erfahrungen mit forschenden Lernarrangements sammeln (Teil der Vorlesungsanforderung) und sich so die für die Untersuchung notwendige Erfahrungsbasis schaffen.
Aufgrund der großen Stichprobe kann davon ausgegangen werden, dass die Fit-Testungen auch für Teilgruppen (z. B. Studierende des Hautschullehramts, Studierende des Volksschullehramtes) durchgeführt werden können, was für die Studie insgesamt ein Mehr an Differenziertheit und damit auch stärkere Aussagekraft bedeutet.

Zusätzlich zu den beschriebenen Strukturgleichungsmodellanalysen bietet das umfangreiche Datenmaterial (N=500, ca. 55 Items). die Möglichkeit für vielfältige explorative Zusammenhangs- und Unterschiedsanalysen. Diese werden in einem finalen Schritt narrativ durchgeführt und dienen der Generierung weiterer Forschungshypothesen.

Erwartete Ergebnisse
Die Haupterhebung anhand der Gesamtstichprobe (N=500) ist für Juni 2012 geplant. Für die Ausarbeitung der erhobenen Daten werden ca. 4 Monate anberaumt. Somit sind die Analyseergebnisse sowie die ersten diesbezüglichen Publikationen mit Ende des Jahres 2012 zu erwarten.

 

Literatur
Byrne, B. M. (2010). Structural Equation Modeling with AMOS. Basic Concepts, Applications, and Programming. New York.
Deci, E. L. & Ryan, R. M. (2004). An Overview of Self-Determination Theory. An Organismic-Dialetical Perspective. In E. L. Deci & R. M. Ryan (Eds.). Handbook of Self.Determination Research. Rochester, S. 3-36.
Kashdan, T., Gallagher, M. W., Silvia, P. J., Winterstein, B. P., Breen, W. E., Terhar, D. & Steger, M. F. (2009). The curiosity and exploration inventory-II: Development, factor structure and psychometrics. Journal of Research in Personality, 43, S. 987-998.
Oyrer, S., Ressl, J. & Reitinger, J. (2011). Das AuRELIA-Konzept. Forschendes Lernen in den Naturwissenschaften mit Leistungsheterogenen Gruppen. Schulpädagogik heute. Onlinezeitschrift, 2(4), 1-x, www.schulpaedagogik-heute.de/index.php/praxisbeitraege/praxisbeitrag-2.html (22-12-2011).
Reitinger, J. (2011). Differenziertes forschendes Lernen in den Naturwissenschaften mit leistungsheterogenen Schüler/-innengruppen. Eine empirische Studie zur Performanz und Wirksamkeit des AuRELIA-Konzeptes. Schulpädagogik heute. Onlinezeitschrift, 2(4), S. 1-21, www.schulpaedagogik-heute.de/index.php/forschung/forschungsbeitrag-2.html (22-12-2011).

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