Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz

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Kybernetische Methode in der Vorschulstufe

Kybernetische Methode in der Vorschulstufe – Evaluation eines Programms zur Förderung von wichtigen Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens

Projektleiterin

Konrad, Christina (christina.konrad@ph-linz.at)

 

durchführende Institution

Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz (4020 Linz)

 

Beginnjahr Projekt

2010

Abschlussjahr Projekt

2013


Abstrakt

Gut ausgeprägte pränumerische und numerische Fähigkeiten sowie eine gute phonologische Bewusstheit am Beginn der ersten Klasse tragen nachweislich dazu bei, dass ein problemloses Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens möglich wird und so ein sanfter Einstieg in das Schulleben gewährleistet ist. Da Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen am Beginn der Schulzeit häufig persistent sind, müssen Anstrengungen unternommen werden, diese so gut als möglich zu verhindern und damit einen Grundstein für die spätere, problemlose Anwendung der Kulturtechniken zu legen (Barth 2003; Kaufmann 2003; Klicpera & Gasteiger-Klicpera 1998, 2007; Schulte-Körne 2007).

Informationen zur praktischen Umsetzung der Kybernetischen Methode finden sich unter Dreher und Dreher-Spindler (1996; 2001a) und Dreher (2001b; 2007).

Ergebnisse empirischer Arbeiten zur KYM im vorschulischen Bereich sind unter Kienberger (2007) und zur KYM im schulischen Bereich unter Lindtner (2008) nachzulesen.

Ziel der Evaluation ist es, die Wirksamkeit der Intervention „Kybernetische Methode“ im Hinblick auf bedeutende Vorläuferfertigkeiten des Lesens, Schreibens und Rechnens im Vorschulalter im Vergleich zu den Normen des standardisierten Erhebungsmaterials zu überprüfen. Außerdem sollte überprüft werden, ob sich eine vorschulische Förderung nach der Kybernetischen Methode auf die schulischen Leistungen am Ende des ersten Schuljahres auswirken.

Hypothesen:

H1: Kinder, die in der Vorschule nach der Kybernetischen Methode gefördert werden, weisen am Ende des Vorschuljahres gute (d.h. der Norm entsprechende oder bessere) Leistungen bei der phonologischen Bewusstheit und dem (prä)numerischen Bereich auf. 

H1: Nach der Kybernetischen Methode geförderte Vorschulkinder können aufgrund der gut ausgebildeten Vorläuferfertigkeinen am Ende der ersten Schulstufe der Norm entsprechend Lesen, (Recht-)Schreiben und Rechnen.

Vorschulische Förderung ist derzeit ein wichtiges und viel diskutiertes Thema, das auch politisch häufig im Zusammenhang mit einer Verbesserung der Qualität des Bildungswesens genannt wird. Der Kindergarten/die Vorschule muss als erste Bildungsinstitution wichtige Aufgaben, wie die Förderung sozialer, motorischer oder sprachlicher Fertigkeiten, erfüllen. Zudem soll er durch spezielle Angebote auf die Schule und den Erwerb bedeutender Kulturtechniken vorbereiten.

Es ist wissenschaftlich unbestritten, dass gute phonologische Sprachverarbeitungsfähigkeiten eine wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb darstellen. Dabei ist mit phonologischer Sprachverarbeitung die Fähigkeit gemeint, Wörter in grobe Bestandteile zerlegen oder mit Sprachlauten hantieren zu können. Zudem ist bekannt, dass eine geringe Mengen-Zahlen-Kompetenz häufig mit späteren Rechenschwierigkeiten einhergeht. Dies impliziert, dass der Inhalt einer Frühförderung, die späteren Schwierigkeiten präventiv entgegenwirken sollte, die gezielte Schulung der Mengen-Zahlen-Kompetenz sein muss (Schulte-Körne 2007).

 

Erhebungstechniken und Auswahlverfahren

Geplant ist eine Längsschnittstudie über 2 Jahre an der 12 Kinder teilnehmen, die die Vorschulklasse an der PVS besuchen. Die Normen der standardisierten Tests, die zum Einsatz kommen, werden zum Vergleich als Kontrollgruppe herangezogen.

Die Erhebung der Daten erfolgt mit Hilfe von standardisierten Tests, nämlich dem BAKO (Stock, Marx & Schneider 2003), dem BISC (Jansen et.al., 2002), dem SLRT (Landerl, Wimmer & Moser 1997) und dem Teddy-Math (Kaufmann et.al., 2009). Als weitere mögliche Einflussvariable auf die Leistungen der Kinder wird der höchste Bildungsstand der Eltern erfragt.

 

Angaben zur Methode

Die Ausgangsvoraussetzungen werden am Beginn des Schuljahres 2009/10 mit dem BISC sowie dem Teddy-Math erhoben, eine weitere Erhebung mit demselben Testmaterial und Sub-tests aus dem BAKO folgt Ende des Schuljahres 2010. Zudem werden im Juni 2011 die Schulleistungen der Kinder am Ende der ersten Klasse in Deutsch (SLRT) und Mathematik (Teddy-Math) überprüft.

Die statistische Analyse erfolgt mittels SPSS 15.0.

 

Ergebnisse und Zwischenergebnisse

Entsprechend den gestellten Hypothesen wird erwartet, dass sich alle teilnehmenden Kinder im Laufe des Vorschuljahres durch die gezielte Förderung nach der Kybernetischen Methode schriftsprachliche und mathematische Vorläuferfertigkeiten aneignen, die mindestens der Norm der standardisierten Tests entsprechen bzw. darüber liegen. Zudem wird erwartet, dass diese Kinder keine Probleme haben werden, das Lesen, Rechtschreiben und Rechnen bis zum Ende der ersten Klasse entsprechend der Norm zu erlernen.

Diese eher klein gehaltene Studie dient vor allem der Exploration, da es zum Thema „Förderung nach der Kybernetischen Methode in der Vorschulstufe“ noch sehr wenige wissenschaftliche Untersuchungen gibt.

Zukünftig ist es sinnvoll, auch eine größere, aussagekräftigere Evaluation zu diesem Thema planen und durchzuführen.

 

Publikationen

Dreher, H. & Dreher-Spindler, E. (2001a). Eine Einführung in die Kybernetische Methode zum Erlernen des Rechnens, des Lesens und des Rechtschreibens und zur Entwicklung von Aufmerksamkeitsleistung – Skriptum: 2001/ Band 1 zum Akademielehrgang über die Kybernetische Methode am Pädagogischen Institut in Klagenfurt. Rottenburg: Rottenburger.

Klicpera, C. & Gasteiger-Klicpera, B. (1998). Psychologie der Lese- und Rechtschreibschwie-rigkeiten (2. Aufl.) Weinheim: Belz.

Stock, C., Marx, P. & Schneider, W. (2003). Bako 1 – 4. Basiskompetenzen für Lese- Recht-schreibleistungen. Göttingen: Belz Test GmbH.

Lindtner, C. (2008). Einsatz der Kybernetischen Methode in der Grundstufe I. Eine quasiexperimentelle Studie. Unveröffentlichte Masterarbeit. Paris Lodron Universität Salzburg.

 

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