Pressekonferenz des Landesschulrates

"Generationenwechsel ist Herausforderung und Chance zugleich"

„Lehrer ist für mich der schönste Beruf. Lehrer befähigen junge Menschen, sich auf ihre Zukunft bestmöglich vorzubereiten. Damit legen Lehrer das Fundament für die Gesellschaft von morgen!“ ist Präsident HR Fritz Enzenhofer der festen Überzeugung.

Der anstehende Generationenwechsel beim pädagogischen Personal ist Herausforderung und Chance zugleich. In den nächsten Jahren kommen etwa 50 Prozent der Lehrer/Innen ins pensionsberechtigte Alter. Das heißt, dass etwa die Hälfte aller Pädagogen/Innen nachbesetzt werden muss. Dies trifft sowohl für die Lehrkräfte an den Pflichtschulen als auch im höheren Schulbereich zu.
Die Schülerzahlen sind in allen Schultypen weitgehend stabil. Die Geburtenzahlen sind in Oberösterreich in den letzten Jahren kräftig angestiegen und liegen aktuell bei etwas mehr als 15.000 jährlich.
Auch die Anzahl der Schüler/Innen in Österreich die eine Rückkehr ins Klassenzimmer als Lehrer anstreben, hat sich verdoppelt. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich präsentierte Sonderauswertung der PISA-Studie 2015. Insgesamt 5,2 Prozent der heimischen 15-Jährigen rechnen demnach damit, später Lehrer zu werden (OECD-Schnitt: 4,2 Prozent). Das ist mehr als doppelt so viel wie bei der PISA-Erhebung 2006 (2,4 Prozent). Wenn man dieser Auswertung der OECD Glauben schenken darf, müssten in OÖ bei derzeit 15.000 Geburten künftig mindestens 800 jugendliche Oberösterreicher/Innen den Berufswunsch, Lehrer werden zu wollen, hegen.

Alterstatistiken der Lehrer/Innen nach Schultypen
Betrachtet man die Altersstatistiken der Pädagog/Innen im Detail, so zeigt sich, dass die stärksten Geburtsjahrgänge der Lehrerschaft in den nächsten Jahren in den Ruhestand übertreten werden.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wurde nun mit den wichtigsten Partnern in der Lehrer/Innenbildung ein Konzept entwickelt, um diesen drohenden Mangel an Lehrkräften zu verhindern und speziell die Schüler/Innen u. Schüler in den 11 u. 12.. Schulstufen auf die Attraktivität des Lehrerberufes einmal mehr aufmerksam zu machen.

Projekt: ICH WERDE LEHRER/IN in OÖ"
Ziel der Aktion „Projekt: ICH WERDE LEHRER/IN in OÖ“ ist es, die für den Beruf der Lehrer/In am besten geeigneten jungen Menschen zu finden. Dazu werden der Landesschulrat, die höheren Schulen, die Pädagogischen Hochschulen und die Personalvertreter/Innen in ihren jeweiligen Bereichen für den Beruf der Lehrer/In werben.Für die Planung und Durchführung der Aktivitäten wurde im Landesschulrat OÖ eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von LSI Werner Schlögelhofer und den beiden Linzer Pädagogischen Hochschulen gebildet. Darüber hinaus werden Direktor/Innen und Schüler/Innen- bzw. Bildungsberater/Innen über die Aktion informiert bzw. zur Mitarbeit eingeladen.

Rektor Dr. Franz Keplinger:
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Die Private Pädagogische Hochschule der Diözese Linz nimmt seit vielen Jahrzehnten eine wichtige Rolle in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrer/Innen in OÖ ein. Wir sind davon überzeugt, dass engagierte, gut ausgebildete, motivierte und motivierende Pädagogen/Innen entscheidend sind für die Lebenswege von Kindern und Jugendlichen. Pädagog/Innen spielen eine Schlüsselrolle für die Gestaltung einer humanen, offenen und demokratischen Gesellschaft.
Die demographischen Entwicklungen zeigen uns, dass wir voraussichtlich in den nächsten Jahren auf einen Lehrer/Innenmangel in OÖ zugehen werden. Daher ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Kampagne „Lehrer/In werden in OÖ“ zu unterstützen und aktiv mitzuwirken.
Die aktuellen Studierendenzahlen im Lehramt Sekundarstufe unserer Hochschule verdeutlichen, dass die früher sogenannten „Hauptfächer“ (Mathematik, Deutsch, Englisch) sehr gut belegt sind. Gut belegt sind auch Fächer wie Geographie und Wirtschaftskunde, Geschichte und Sozialkunde, Psychologie und Philosophie.
Werbung wollen wir auch dafür machen, dass mehr junge Menschen Fächer wie Bildnerische Erziehung, Bewegung und Sport, Chemie, Gestaltung: Technik/Textil, Katholische Religion, Musikerziehung, Physik und den Schwerpunkt Inklusive Pädagogik studieren.
Damit wir viele junge Menschen für den Lehrer/Innenberuf begeistern und für das Studium gewinnen können, braucht es v.a. auch die Erhöhung des gesellschaftlichen Ansehens dieses Berufes. Dafür wollen wir uns auch in besonderer Weise einsetzen!"