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Studientag SCHULE GESTALTEN - Führen zwischen Partizipation und Verantwortung

Unter dem Motto „Schule gestalten – Führen zwischen Partizipation und Verantwortung“ trafen sich am 19. November 2019 ca. 120 Schuleiter/innen im Bildungshaus Puchberg zum Studientag des Beratungszentrums der PH Diözese Linz.

Die einleitenden Begrüßungsworte von Mag. Dr. Franz Keplinger, Dipl.Päd. Werner Schlöglhofer,BEd und MMag. Elisabeth Oberreiter, MAS brachten auf den Punkt, was die Kernaufgabe von Schulleitung beinhalten soll: Beziehungsarbeit, Menschenbildung und eine Schulkultur des Miteinanders gestalten.

Nach einem Zitat von Niklas Luhmann „Alles ist mit allem verbunden“ brachte Dipl.Ing. Jürgen Hamader in seiner Keynote den Teilnehmer/innen die Logik von Organisationen als Basis von Organisationsentwicklungsprozessen näher. Wer Organisationen entwickeln will, sollte über eine Art Landkarte verfügen. Mit Hilfe des SYMA-Organisationsmodells zeigte Dipl.Ing. Jürgen Hamader, wie die Organisation Schule „denkbar“ gemacht werden kann. Organisationsentwicklung kann sehr lustvoll sein, geht es dabei doch primär um Gestaltung, wobei der Existenzgrund von Schule und die Frage nach dem Sinn eine entscheidende Rolle spielen.

Im zweiten Vormittagsvortrag erklärte die Dramaturgin und Systemische Beraterin Nina Trobisch sehr anschaulich, wie das Heldenprinzip® der Schule als Organisation nützt. Das Heldenprinzip® bietet den roten Faden, den Menschen und Organisationen brauchen, damit ihre Entwicklung gelingt. Dazu greift es auf den kulturellen Erfahrungsschatz der Menschheit im Wandel zurück. Untermauert durch Videoeinspielungen von Tanzperformances wurden die zentralen 3 Akte (Aufbruch, Abenteuer, Rückkehr) des Heldenprinzips® beschrieben, Reflexionsfragen luden das Publikum zum Transfer dieses Ansatzes in den eigenen pädagogischen Alltag ein.

Anschließend entführte der künstlerische Direktor des Brucknerorchesters Linz, Mag.art. Norbert Trawöger, die Anwesenden in die Welt der Musik und ging den Fragen nach, wie wir auf Ideen abseits des Üblichen kommen können und wie man Kreativität erlaubt. Hierbei ist das einander hören wesentlich, damit wir zueinander gehören. Alles hat eine Bedeutung, wenn wir uns zuwenden! Mit dem Zitat des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer „Wir müssen unsere Ideen verwirklichen, reden allein hilft nicht. Wir müssen uns aufs Spiel setzen und zeigen, was wir auf die Beine stellen können.“ beleuchtete der Referent, wie man sich spielerisch Beine macht, um mitunter auch über den eigenen Schatten zu springen.

Die interessanten Inhalte des Vormittages konnten in Workshops vertieft werden, welche von Dipl.Ing. Jürgen Hamader, Nina Trobisch, Mag.art. Norbert Trawöger, Dipl.Ing. Sabine Pelzmann, MSc MBA und Wilhelm Geisbauer, MSc gestaltet wurden.

Der bildende Künstler und Maler Andreas Tanzer begleitete den Studientag mit aussagekräftigen grafischen Darstellungen. Das Geschehen konnte dadurch treffend protokolliert und zum Ausdruck gebracht werden.

Mit der Schlussrunde am Nachmittag wurde der abwechslungsreiche und zum Querdenken anregende Tag mit zahlreichen positiven Rückmeldungen der Teilnehmer/innen und der Referent/innen abgerundet.

VORTRÄGE:

Jürgen Hamader:
DIE LOGIK VON ORGANISATION ALS BASIS FÜR ORGANISATIONSENTWICKLUNGSPROZESSE

WIE GUTE ENTSCHEIDUNGEN GETROFFEN WERDEN ODER WIE ENTSCHEIDUNGEN GUT GETROFFEN WERDEN

Nina Trobisch:
SCHULE ENTFALTEN - WANDEL GESTALTEN - ANNÄHERUNGEN AN DIE PRAXIS MIT DEM HELDENPRINZIP

Norbert Trawöger:
EINE KONZERTIERTE AKTION.

Beitrag Bolero: https://www.youtube.com/watch?v=aUeysGoPFTk

 

WORKSHOPS:

Sabine Pelzmann: DEM UNTERWASSERTEIL DES EISBERGS NÄHER KOMMEN - PERSPEKTIVENERWEITERUNG DURCH ORGANISATIONSDIAGNOSE

Wilhelm Geisbauer: LÖSUNGSORIENTIERTE TEAMENTWICKLUNG MIT RETEAMING 

 

Publikation zu Schulentwicklung und Heldenprinzip 
Agnes Buttinger
Schulentwicklung als Heldenreise
https://paedagogische-horizonte.at/index.php/ph/article/view/53/38

Studientag "Neue Autorität und Achtsamkeit"

"Nur der Tag bricht an, für den wir wach sind." (Henry David Thoreau)

Uns als Lehrpersonen von Anfang an in einer Beziehung zu den uns anvertrauten Kindern verbunden zu wissen, dieses Bewusstsein wach zu halten und im pädagogischen Alltag nicht zu vergessen bildet die Basis für jegliches Lernen. Wenn Lernen nur über Beziehung geschieht, müssen wir als Professionelle die Verantwortung für die Qualität der Beziehung übernehmen und an dieser Basis arbeiten, unsere Beziehungskompetenz entwickeln.

Helle Jensen, Psychologin aus Dänemark mit jahrzehntelanger Schulerfahrung und Referentin unseres Studientags "Neue Autorität und Achtsamkeit", definiert Beziehungskompetenz als "die Fähigkeit (der Lehrperson), das einzelne Kind zu sehen und ihr eigenes Verhalten darauf abzustimmen, ohne zugleich die Führung abzugeben." Wenn wir diese Kompetenz entwickeln, können wir innere Autorität gewinnen.

In solchen Augenblicken entspannter Aufmerksamkeit findet Lernen statt. Nur in solchen Augenblicken. Mehr als 250 Teilnehmer haben eine innere Verbindung zu dieser Botschaft der Achtsamkeit gefunden, die Helle Jensen mit bewegenden Beispielen aus ihrer Erfahrung unterstützt hat. In neun Workshops konnten die Teilnehmer/-innen mit unterschiedlichen Aspekten von Präsenz experimentieren. Eine nicht ganz neue Erkenntnis bestätigt sich somit im Licht moderner Forschungen aufs Neue sehr eindrucksvoll: Die beste Unterrichtsvorbereitung ist die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit.  

 

BildungsTV: https://www.edugroup.at/bildung/news/detail/studientag-neue-autoritaet-und-achtsamkeit.html

Vortrag 1: https://www.youtube.com/watch?v=aLLeWiKrlUU

Vortrag 2: https://www.youtube.com/watch?v=KM1pA-VaMMs

Interview Helle Jensen: https://www.youtube.com/watch?v=wnhGOdXcLvw

 

WORKSHOPS:

Helle Jensen: "Hellwach und ganz bei sich - die natürlich Präsenz der Lehrperson"

Walter Rechenmacher: "Bündnisrhetorik und Präsenz"

Ingrid Ratzinger: "Präsenz durch achtsames Selbstmitgefühl"

Willi Schönangerer: "Drama und Präsenz"

Karin Schmidsberger:"Unterschiedliche Aspekte von Präsenz in der Schule"

Martina Weichselbaumer: "Präsenz in der pädagogischen Praxis"

Agnes Buttinger: "Präsenz als Schlüssel für Selbstermächtigung"

Otto Raich: "Achtsamkeitsmeditation - ein erprobter Weg Präsenz zu entwickeln"

Christiane Leimer: "Präsenz und Achtsamkeit im Elterngespräch"

Symposium "verschieden gleich - gleich verschieden" Vielfalt als Normalität

Unser Symposium zum Thema "verschieden gleich - gleich verschieden" Vielfalt als Normalität an der Bruckneruniversität, war nach unserer Wahrnehmung und einer Reihe persönlicher Rückmeldungen, eine sehr gelungene Veranstaltung.

"Vielfalt ist in vielfältiger Weise vielfältig"

Was Kenan Güngör in seinen beiden Workshops theoriegeleitet und im Praxisorientierten zu vermitteln versuchte, zog sich wie ein roter Faden durch das ganztägige Symposium, das wir vom Beratungszentrum gemeinsam mit dem ZIMT und der Bruckneruniversität durchführten.

Der Ausbildungs- und Entwicklungsort für 850 Studierende aus aller Welt bildete einen authentischen Rahmen für die Programmpunkte und Akteure des Tages.

Studierende der Bruckneruniversität und Schülerinnen und Schüler der NMS 5 aus Linz regten während des Vormittages das Publikum dazu an, die Vielheit in sich und um sich herum nicht nur auf der kognitiven Ebene, sondern auch emotional wahrzunehmen. Dazu wurden sprachliche, musikalische und bildunterstützte Kurzinterventionen gesetzt. Mit den Mitteln der elementaren Musikpädagogik wurden dem Publikum die "Sternstunden" im Leben von einigen Jugendlichen auch jenseits von Sprache nähergebracht.

Auf der Basis eigener Erfahrungen zu Dimensionen ihrer Identität rief Soritta Kim, eine Preisträgerin des Redewettbewerbes "Sag´s Multi", in ihrer Kurzrede "Zwischen Mut und Angst" zum Hinsehen und Handeln auf.

Dr. Paul Zulehner ging in seinem Vortrag vor allem der Frage nach, was uns Menschen angesichts unserer heterogen geprägten Lebenswelten ängstigt oder hoffnungsvoll stimmt. In Bezug auf Schule sprach er sich klar für eine Pädagogik der Ermutigung aus, in der die Zuversicht immer mehr zur vorherrschenden Grundhaltung wird, die Schülerinnen und Schüler zum angstfreien, humorvollen und lebensförderlichen Umgang miteinander befähigen soll.

Ausgehend von einem notwendigen Perspektivenwechsel, nach dem die Vielheit der Bevölkerung als Selbstverständlichkeit angesehen wird, plädierte der Migrationsforscher Dr. Mark Terkessidis für eine Schulentwicklung, die weit über Integrationsmaßnahmen hinausgeht. In diesem Sinne appellierte er in seinen Ausführungen etwa für eine vorurteilsfreie Erziehung, klare pädagogische Konzepte und das Fördern der Mehrsprachigkeit.

In der Mittagspause bestand die Möglichkeit, sich über die Praxis der Vielheit im Schulalltag von Volksschulen, Neuen Mittelschulen und Gymnasien zu informieren und über dabei entstandene Arbeiten ins Gespräch zu kommen.

Der Nachmittag widmete sich in acht verschiedene Workshops den Haltungen und Strategien im Umgang mit Pluralität und fokussierte konkrete Handlungsmöglichkeiten abseits von Zuschreibungen und Vorurteilen.

Untenstehend finden Sie nun die Links der fertiggestellten Beiträge des "Bildungs-TV´s" zu unserem Symposium "verschieden gleich - gleich verschieden":

Edugroup-Portal: "Wie ist das Leben von Kindern mit Migrationshintergrund in der Schule"

Youtube

Newsbeitrag: "Das Leben als Migrantin"

Vortrag Terkessidis: "Ist die Schule fit für die Vielfalt der Bevölkerung?"

Rede Kim: "Zwischen Mut und Angst"

 

Studientag "Gesund. Führen"

Am 14. März 2017 fand im Bildungshaus Schloss Puchberg der Studientag zum Thema "Gesund. Führen" statt:

Es sind Momente, die wir lieben: berührt und herausgefordert zu werden, nicht geschont zu werden und gerade darin in Wertschätzung zu erfahren, was wir für unsere Arbeit brauchen. Einen solchen Moment echten Feedbacks haben über hundert Schulleiterinnen/Schulleiter auf Schloss Puchberg im Rahmen des Studientags "Gesund. Führen" erlebt, den das Beratungszentrum für Lehrer/-innen und Schulen durchgeführt hat.

Oft sind es erfolgreiche Sportler oder erfahrene Manager, die eingeladen werden, zum Thema "Führen" Ihre Sichtweise darzustellen. Wer glaubt, dass eine gelernte Krankenschwester und ausgebildete Psychotherapeutin weniger Herausforderndes zum Thema zu sagen weiß, wurde von Dr. Silvia Dirnberger-Puchner eines Besseren belehrt. "Lieb sein" sei kein Qualitätsnachweis für gute Führung, auch nicht in der Schule. Im Gegenteil, der Verzicht auf Klarheit in der Führung, fördere eine Kultur des Jammerns und Nörgelns, die nicht nur keinerlei Ergebnisse erzielt, sondern jegliche Verantwortung außer Kraft setzt. Schulleiterinnen/Schulleiter, die gesund führen wollen, erkennen die Destruktivität einer solchen Dynamik und setzen ihr etwas entgegen: die Kommunikation klarer Grenzen sowie deren Durchsetzung bei gleichzeitiger Wertschätzung der Person. Ein solches Vorgehen erfordert Mut und den Willen zur Selbstführung, nämlich immer wieder eigene blinde Flecken aufzudecken und an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Wer das tut, tut sowohl für sich als auch für seine Mitarbeiter/-innen etwas Gutes und kann für sich in Anspruch nehmen, gesund zu führen.
Schulleiterinnen/Schulleiter sind dann in der Lage, die notwendigen Kommunikations- und Reflexionsstrukturen aufzubauen und dafür zu sorgen, dass alle in ein dichtes Netz von aufrichtigem Feedback eingebunden sind, das es für persönliches Wachstum und die Realisierung einer gemeinsamen Vision von Schule braucht.

Dass diese anspruchsvolle Botschaft ihr Publikum erreicht hat, spricht wohl auch für die stete Bereitschaft der Führungspersonen an unseren Schulen, aktiv die Weiterentwicklung ihrer Schulen zu betreiben. Unterstützt wurde die Expertin in ihrem bewundernswerten Einsatz durch die einfühlsame Moderation des Beratungszentrums sowie den liebevollen Rahmen, den die körpersprachlichen Interventionen des Pantomimen Samuel Bartussek aufgespannt haben.

Download:
Vortrag Dr. Dirnberger-Puchner

Links:
Edugroup: Führung als Belastungsfaktor für Lehrkräfte
Vortrag Dirnberger-Puchner: Es kann nur einen situativen Führungsstil geben
Vortrag Dirnberger-Puchner: 5 zentrale Führungsaufgaben
Interview mit Dirnberger-Puchner: Führung als Belastungsfaktor für Lehrkräfte

Studientag "Was geht mich das an?"

Mobbing an Schulen - Hintergründe und Strategien
 
Am 7. März 2016 fand im Bildungshaus Schloss Puchberg ein Studientag statt: "Was geht mich das an? - Mobbing an Schulen - Hintergründe und Strategien".

Zu diesem Studientag konnten wir in Kooperation mit unserem Institut für Fort- und Weiterbildung und der Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ den renommierten Hirnforscher Dr. Joachim Bauer (Autor "Prinzip Menschlichkeit"), den Teamleiter der Mobbing- und Gewaltpräventionsstelle der Kinder- und Jugendanwaltschaft OÖ, Dr. Rupert Herzog, sowie weitere excellente Expertinnen und Experten als Workshopleiter/-innen gewinnen.

Die Unterlagen zu dieser Tagung sind untenstehend angeführt.

Links:
Edugroup: Mobbing: "Schauen wir wirklich hin?"
Film-Vortrag Rupert Herzog: Wie können Lehrkräfte auf Mobbing reagieren?
Facebook BildungsTV
Vortrag Dr. Herzog "Gemeinsam statt gemein sein"