Erste Forschungsawards der PHDL
WissenschaftLinz – 23. September 2026
Bei der internen "Eröffnungskonferenz" wurden am 21. September in der AULA der PHDL erstmals die neuen Forschungsawards verliehen. Drei frisch graduierte Absolvent:innen der PHDL erhielten Anerkennungspreise, Barbara Stifter, MEd den Nachwuchsforschungspreis "PHöniX" und Dr. Boris Blahak den Forschungspreis "GryPHos".
Vor der gefühlvollen musikalischen Rahmung durch Dr.in Judit Szabo und Veronika Grabner, MEd. freute sich PHDL-Rektor HS-Prof. PD Dr. Johannes Reitinger über den starken Aufschwung der Forschung – und weiß: „Personen an pädagogischen Hochschulen zeichnen sich durch doppelte, manchmal sogar durch mehrfache Kompetenzprofile aus.“
Drei Anerkennungspreise für Absolvent:innen
Das zeigte sich auch bei der Themenvielfalt der Würdigungen: Die drei Anerkennungspreise gingen an Sarah Wögerbauer, MEd und Tamara Edler, MEd für ihre Masterarbeit zum Wohlbefinden und zu Werten im neuseeländischen Schulsystem, an Samuel Hanner, MEd für seine interdisziplinäre Arbeit zur Förderung der Biodiversität sowie an Alexandra Wieser, MEd für ihre Studie zu Rassismuserfahrungen und deren Auswirkungen auf das Selbstbild.
Zur qualitativen Arbeit von Wögerbauer/Edler lobte der Initiator der neuen Forschungsawards HS-Prof. PD Dr. Florian Wegscheider nicht nur deren hohes Eigenengagement auf der anderen Seite der Erde: „Sie untersuchten, welche Merkmale sich im Hinblick auf Pädagogik und Wohlbefinden von Schüler:innen wissenschaftlich herausarbeiten lassen.“
Zur ausgezeichneten Arbeit von Samuel Hanner zur Schöpfungsbewahrung betonte Wegscheider: „Besonders hervorzuheben ist die Verbindung von theologischen und ethischen Überlegungen mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und konkreten Handlungsmöglichkeiten.” Auch bei Alexandra Wieser bedankte sich der Institutsleiter für Wissenschaftstransfer für die Identifizierung "wichtiger offener Fragen für die Bildungs- und Rassismusforschung.”
Nachwuchspreis „PHöniX“ an Barbara Stifter
Den mit 750€ dotierten Nachwuchsforschungspreis "PHöniX" erhielt Barbara Stifter, MEd. Institutsleiter Wegscheider freute sich dabei besonders über die Identifizierung einer Forschungslücke: „Die Originalität der Arbeit liegt im empirisch kaum erschlossenen Zusammenspiel von ADHS, Medienkompetenz und der Einstellung gegenüber dem digitalen Unterrichtseinsatz.” Und: „Besonders überraschend und diskussionswürdig ist der Befund, dass Medienkompetenz keinen signifikanten Prädiktor darstellt.” Mit ihrer Arbeit liefere Stifter zudem „einen eigenständigen theoriebildenden Erkenntniszuwachs.”
Forschungspreis „GryPHos“ an Boris Blahak
Den ebenfalls mit 750€ dotierten Forschungspreis "GryPHos" für etablierte Wissenschaftler:innen nahm Dr. Boris Blahak demütig entgegen. Der sympathische Germanist mit Undercut-Ponytail wurde in allen Kategorien ausgezeichnet. In seiner Dankesrede verband er das Award-Symbol des Greifen mit dem Wesen der Geisteswissenschaften: "Sie stiften Verbindungen und machen die Welt nicht einfacher, sondern verständlicher", so Blahak.
Wegscheider selbst beeindruckte an Blahaks Arbeit, dass er alle vier Kriterien in besonders hohem Maße erfüllte: „Langfristige wissenschaftliche Produktivität, Beitrag zur Strategie und Profilbildung der PHDL, Interdisziplinarität und gesellschaftliche Relevanz sowie Innovation und Sichtbarkeit auf nationaler und internationaler Ebene.“ Blahak verkörpere zudem "in besonderer Weise einen wahrhaft europäischen Hochschullehrer.“
Unabhängige Jury – Awards werden fortgesetzt
Die Awards “PHöniX” und “GryPHos” sollen künftig regelmäßig herausragende Forschungsleistungen an der PHDL sichtbar machen. Die Preisträger:innen werden von einer unabhängigen Jury aus dem internen Forschungsausschuss der PHDL (rund zehn Mitglieder) sowie jeweils einem externen Kommissionsmitglied ausgewählt – beim "PHöniX" eine ÖH-Vertretung, beim “GryPHos” hatte diesmal Univ.-Prof. i.R. Dr. Johann Bacher Stimmrecht (Soziologe, JKU). Die nächsten Forschungsawards der PHDL sollen 2028 vergeben werden.
Preisträger:innen 2026 im Überblick:
Gewinnerin des PHöniX 2026:
Barbara Stifter, MEd
Einsatz digitaler Medien bei Kindern mit ADHS im Unterricht. Eine Studie zu Einstellungen und Erfahrungen von Lehrpersonen
Betreuung: Dr. Thomas Schöftner
Anerkennungspreise zu PHöniX:
Tamara Edler, MEd und Sarah Sophie Wögerbauer, MEd
Wohlbefinden und Werte im neuseeländischen Schulsystem. Eine qualitative Studie ausgewählter neuseeländischer Volksschulen
Betreuung: Dr. Renate Hofer-Truttenberger
Samuel Hanner, MEd
Optimierung der Biodiversität auf Grundstücken der Kirche in Oberösterreich. Eine interdisziplinäre, praxisnahe Untersuchung zur Förderung artenreicher Flächen unter Berücksichtigung theologischer und naturwissenschaftlicher Perspektiven
Betreuung: DDr. Severin Renoldner
Alexandra Wieser, MEd
Bedeutung von Rassismus in der Schulzeit hinsichtlich der Selbstpositionierung und Selbstwahrnehmung betroffener Personen im Erwachsenenalter
Betreuung: Dr. Bettina Brandstetter
Gewinner des GryPHos 2026:
Dr. Boris Blahak
u.a.: Franz Kafkas Literatursprache. Deutsch im Kontext des Prager Multilingualismus
