Mit dem Forschungshorizont “Friede in Achtsamkeit” fasst die PHDL eine Bildungs- und Forschungspraxis ins Auge, die der persönlichen, interpersonellen und gesellschaftlichen Kompetenz der friedlichen Lebensgestaltung, der achtsamen Begegnung mit Mitmenschen und des gewaltfreien gesellschaftlichen Miteinanders im höchstmöglichen Maße zuträglich ist. Die PHDL ist eine Hochschule, die im Sinne des Globalen Bildungspaktes der Katholischen Kirche „nicht neutral ist, sondern für den Frieden steht“ (Papst Franziskus, 2019, S. 20).
Frieden wird dabei nicht nur als Abwesenheit von Gewalt verstanden, sondern als aktive, lern- und gestaltbare Kompetenz auf persönlicher, interpersoneller und gesellschaftlicher Ebene. Dieser Horizont verbindet kirchliche Friedensethik mit internationalen friedenspädagogischen, sozial- und emotionsbezogenen bildungswissenschaftlichen sowie konflikttheoretischen Diskursen. Achtsamkeit wird sowohl als personale Haltung als auch als professionelle pädagogische Kompetenz verstanden, die Empathie, Beziehungsfähigkeit, Selbstregulation und Verantwortung für andere umfasst.
Im Rahmen der Forschung an der PHDL wird hier – ähnlich wie in der curricularen Entwicklung und Lehrtätigkeit – ein richtungsweisender Horizont gesetzt. Projekte, die sich mit der Thematik des friedlichen Miteinanders, der Friedenssicherung, der konstruktiven Lösung von Konflikten, der Stärkung und des Schutzes schwächerer und benachteiligter Individuen und Gruppen (z. B. Beschäftigung mit der Thematik des Kinderschutzes) sowie der Gerechtigkeit befassen, sind an der PHDL ausdrücklich erwünscht.
Dabei geht es nicht um Friedensforschung im engeren Sinne. Primär geht es um die wissenschaftliche Beschäftigung mit Phänomenen und Dynamiken, die auf unterschiedlichsten Ebenen mit Erfahrungen der Achtsamkeit, der Eintracht, der Solidarität, der Geborgenheit, der Gewaltfreiheit, der Versöhnung, der Heilsamkeit und nicht zuletzt auch der Spiritualität in Verbindung stehen (Papst Leo XIV., 2025).