Nachlese

L.E.V. - Endlich wieder Marktplatz!

„Ich bin eine Frau aus Afghanistan und Iran und Österreich. Ich sage das, weil ich nicht weiß, was das heißt, Identität.“
Mit diesen Worten von Zarah Rahimi wurde der 10. Marktplatz des Projekts Lernen.Engagement.Verantwortung. am 31. Mai 2022 eröffnet. In ihrem Text spricht Rahimi von ihrer Integration in Österreich, die sie auch als eine Selbstfindung betrachtet. 

Menschenbildung
Wie immer sehr persönlich begrüßte Rektor Mag. Dr. Franz Keplinger die Anwesenden, weil soziales Engagement für ihn wesentlich ist für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Nur Lernen an der Hochschule wäre ihm zu wenig, er wünscht sich hier mehr in Richtung Menschlichkeit.
Auch Landesrat Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer zeigte sich begeistert von der Idee des sozialen Engagements im Rahmen der Lehre. 
Mag. Annemarie Schlack, die Geschäftsführerin von Amnesty International Österreich, betonte in ihrer Keynote die enorme Bedeutung von Menschenrechten für uns alle und inwiefern die 1949 beschlossene Menschenrechtskonvention immer noch Gültigkeit hat. Sie versuchte den Studierenden vor Augen zu halten, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit den Menschenrechten ist, auch wenn sich viele fragen, was kann ich schon bewirken? Hier antwortet Schlack immer mit einem afrikanischen Sprichwort: Wer glaubt, dass er zu klein ist, um einen Unterschied zu machen, hat noch nie eine Nacht mit einer Gelse in einem Zelt verbracht!
Ein weiterer Input kam von der Film-, Text- und Theaterarbeiterin Tina Leisch, indem sie den Blick auf Rollenzuschreibungen schärfte. Sie plädierte sehr stark für einen solidarischen Blick auf unsere Welt und nicht mit Mitleid von oben herab. Denn unsere privilegierte Position ist uns meist nicht bewusst. 
Magdalena Plöchl BA, Mitarbeiterin vom Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrum und stellvertretende Geschäftsführerin vom Verein dieziwi, hob die herausragende Stellung der PHDL mit dem L.E.V.-Projekt nochmal hervor, welches bereits österreichweit vorgestellt wurde, da sich nur wenige Hochschule bislang darüber trauen. 

Stoppt Gewalt!
Am Nachmittag sprach Mag. Maria Rösslhumer, die Geschäftsführerin des Vereins autonome Frauenhäuser Österreich über ihr ungebrochenes jahrzehntelanges Bemühen für eine gewaltfreie Gesellschaft. Häusliche Gewalt trifft nicht nur viele Frauen, sondern sie ist auch die häufigste Form von Gewalt an Kindern und Jugendlichen. Viele andere Ausprägungen von Gewalt sind ursächlich auf häusliche Gewalt zurückzuführen. 
Als Ursachen für häusliche Gewalt nannte Rösslhumer nicht die üblich aus den Medien kolportierten Gründe wie Eifersucht, Liebe, verletzter Stolz, sondern strukturelle Probleme wie fehlende echte Gleichstellung zwischen Frauen und Männern sowie mangelnde Gleichstellungspolitik und ein nach wie vor tiefsitzendes patriarchalisches System, das zu Verhaltensmustern wie Machtmissbrauch, Kontroll- und Besitzdenken und einer so genannten toxischen Männlichkeit führt.
Hierzu äußerte sich auch Mag. Sabine Mandl vom Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte. Sie forscht zu Gendergerechtigkeit und Inklusion. Frauen mit Behinderungen erfahren oftmals doppelte Diskriminierung. Jede dritte Frau weltweit erlebt körperliche und/oder sexuelle Gewalt, beeinträchtigte Frauen sind um ein Vielfaches mehr davon betroffen. Dabei haben laut WHO 15 Prozent aller Menschen eine oder mehrere Behinderungen, davon leben 80 Prozent in den Ländern des Südens. „Doch es gibt nicht die Männer und die Frauen“, so Mandl. Auch Männer erfahren Diskriminierung als Männer. 

Proud to be poor ist schwer!
Mag. Martin Schenk von der Armutskonferenz erzählte in seinem Vortrag die Geschichte von Brot und Rosen, welche vor mehreren hundert Jahren begann. Seither berufen sich Kämpfer*innen gegen die Armut auf diese Symbolik. Das Brot steht für die materielle Grundversorgung, die der Mensch zum Leben braucht, die Rosen stehen für alles andere, was auch noch wichtig ist für ein gutes Leben, Musik, Literatur, Freundschaft etc. Ein Leben ohne Brot bedeutet absolute Armut, ein Leben ohne Rosen wird als Deprivation bezeichnet. 
Wichtig im Umgang mit Armut ist der Kontext, in den meisten Fällen ist Armut natürlich auch relativ, die Unfreiwilligkeit und die Unfreiheit. Menschen in Armut sind das soziale Fieberthermometer einer Gesellschaft. Sie leiden verstärkt unter Einsamkeit, Vertrauensverlust, fehlende Selbstwirksamkeit und natürlich auch fehlende Anerkennung. 

Alle Fotos der Veranstaltung
Vortrag: Mag.a Sabine Mandl
Vortrag: Mag. Martin Schenk

Rückblick auf L.E.V. Projekterfahrungen 2021/22

Auch heuer engagierten sich Studierende der Primarpädagogik des 4./5. Semesters im Modul „Aktuelle Herausforderungen an Bildung und Erziehung -Zukunfts- und Forschungswerkstatt“ in sozialen Lebensbereichen.

Mit großem Engagement stellten sich die Studierenden den unterschiedlichsten Herausforderungen, besonders Covid erschwerte so einigen die Umsetzung des L.E.V. Projektes. Ende Jänner 2022 präsentierten die zukünftigen Primarpädagoginnen und Primarpädagogen ihre persönlichen und fachwissenschaftlichen Erkenntnisse im „Offenen Forum“.

Folgende Eindrücke wurden unter anderem geschildert:

„Ich durfte durch das Projekt viel Dankbarkeit erfahren.“

„Damit habe ich nicht gerechnet, da ich das Projekt eigentlich als meinen Mehrwert gesehen hatte. ...zeigte mir, dass auch die Kinder und Eltern einen positiven Nutzen daraus gezogen hatten. ...“

„Der Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen betrifft uns im Lehrberuf auch. ... Meine Erkenntnis daraus – die Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind und nicht anders.“

„Es ist definitiv ein Zeitfaktor. Da unser Studium ein Vollzeitstudium ist, bleibt nicht viel Zeit über, um sich nebenbei noch ehrenamtlich zu engagieren oder um in andere Bereiche hineinschnuppern zu können.“

„Für mich war das (Begegnung mit einer Bewohnerin im Altenheim Anm.) ein sehr berührender Moment, den ich in Verbindung mit meiner Großmutter setze.“

„Wenn ich mir die Frage stelle, inwiefern meine Zeit im Wohnheim einen Zusammenhang mit meiner späteren Profession hat, so ist dies ganz einfach zu beantworten. Genauso, wie ich es im LEV-Projekt kennenlernen durfte, kann es auch später in der Volksschule sein, dass beeinträchtigte Kinder in meiner Klasse sind. Ich sehe es als wesentlich an, dass jede angehende Pädagogin und jeder angehende Pädagoge zumindest einmal vor Dienstantritt Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt haben soll, um, wie ich es durfte, eigene Stärken und Schwächen im Umgang mit beeinträchtigten Menschen kennenzulernen, selbst herauszufinden, wo seine individuellen Grenzen liegen und auch um Fachwissen zu sammeln.“

Nach all den Rückmeldungen können wir nur wiederholen:

Die Pädagogische Hochschule der Diözese Linz und ULF bieten mit dem Konzept L.E.V. eine Basis. Zum Leben erweckt und mit Sinn erfüllt wird es jedoch durch das Engagement und die Kreativität jedes/r Einzelnen aber auch durch die Offenheit und Bereitschaft aller Beteiligten sich auf Neues einzulassen.

Wir wünschen Ihnen, liebe Studierende, dass Sie diese Erfahrungen sowohl in Ihre zukünftige pädagogische Arbeit als auch in Ihre persönlichen Lebenswelten mit einfließen lassen und so einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen unseres gesellschaftlichen Miteinanders leisten.

Abschlusspräsentation Gruppe E - WS2021

L.E.V. Marktplatz – ein Ort gelebter Vielfalt

Bereits zum sechsten Mal fand heute am 20. November 2019 der so genannte Marktplatz an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz statt, wo das Projekt L.E.V. – das steht für Lernen. Engagement. Verantwortung -  den Erstsemestrigen sowie allen anderen Studierenden und interessierten Pädagoginnen und Pädagogen im Rahmen einer großen Veranstaltung vorgestellt wurde.

Dank der großartigen Kooperation mit ULF – dem Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum OÖ – stellten wieder an die 30 oberösterreichische NGOs ihre Arbeit und ihre Projekte vor und beantworteten Fragen der interessierten Teilnehmer/-innen.

Nach der Eröffnung von Rektor Dr. Franz Keplinger und Cornelia Kittinger BA MA, der Leiterin des Instituts Ausbildung, sprach Altbischof Dr. Maximilian Aichern über soziales Engagement aus christlicher Perspektive und auch über seine eigenen Bemühungen soziale Verbesserungen auch in der Politik zu erlangen. Errungenschaften, für die er gekämpft hatte, sind zum Beispiel die Umweltverträglichkeitsprüfung und die Sozialverträglichkeitsprüfung von neuen Gesetzen. Aber es ist immer noch viel zu tun. „Ein Fünftel der Menschen in Österreich ist von Armut betroffen, das darf uns nicht gleichgültig sein!“, meinte Altbischof Aichern in seinem Aufruf zu sozialer Verantwortung. „Gerechtigkeit und Solidarität sind entscheidende Grundlagen, auf die Friede und Dialog aufbauen. Erziehung zum Frieden kann nur in einem Dialog geschehen.“

Danach berührte die Nahostexpertin Mag.a Petra Ramsauer das Publikum in ihrer Rede zu Krieg und Gewalt. Sie betonte die enorm wichtige Rolle, die die Schule bei der Aufnahme und Integration von geflüchteten Menschen einnimmt und erzählte davon, dass die Menschen aus Krisengebieten kein Vertrauen in Obrigkeiten gewinnen konnten und ihnen somit „das Konzept des guten Staates“ fehlt.

Bei der anschließenden Talkrunde sprach dann Landesrätin Birgit Gerstorfer MBA von der gesellschaftlichen Bedeutung von sozialem Engagement und ihren eigenen Erfahrungen mit den Nöten einer Flüchtlingsfamilie. „Es geht darum“, so Gerstorfer, „dass Menschen, egal ob sie jung sind oder alt, ob sie Beeinträchtigungen haben oder nicht, ob sie aus Österreich kommen oder nicht, dass sie Chancen haben, ihrem Leben einen Sinn zu geben.“  

Die Leiterin des ULF, Mag.Nicole Sonnleitner, erzählte wiederum, dass sie diese Arbeit seit 11 Jahren mit Begeisterung macht, obwohl es viele Hürden und negative politische und gesellschaftliche Entwicklungen gibt: „Für mich ist freiwilliges Engagement eine sehr gute Möglichkeit mit dieser Ohnmacht umzugehen, weil man wieder handlungsfähig wird und weil man weiß, ich leiste einen Beitrag, ich übernehme Verantwortung und das treibt mich an.“

Mag.a Elisabeth Hueber-Mascherbauer, die Leiterin von L.E.V., erklärt ihren Einsatz für dieses Projekt mit den Worten: "Ich möchte, dass wir Lehrer über unseren Tellerrand hinausblicken (…) und ich denke mir immer, wir Lehrer haben so eine große Macht und auch so eine Verantwortung, hier wirklich Kinder aufzubauen!"

Souverän durch das Programm führten am Vormittag Claudia Trauner und Danièle Hollick und am Nachmittag Astrid Leitner.

Die Vorträge waren auch sehr gut besucht. Mag.a Petra Ramsauer setzte mit ihrem Vortrag vom Vormittag fort und ging näher auf die aktuelle Situation im Nahen Osten und die historischen Zusammenhänge ein.

Danach widmete sich Dr.in Christine Stelzer-Orthofer, Soziologie-Professorin an der JKU, in ihrem Vortrag den Entwicklungen im österreichischen Sozialstaat, wo es immer wieder Maßnahmen der Inklusion, aber auch der Exklusion gibt.

Die Gender-Expertin Dr.in Marty Huber gab dann noch wertvolle Inputs zum Themengebiet sexuelle Vielfalt und vermeintliche Normalität. Sie berichtete beispielsweise von der Tatsache, dass man bei einer eingetragenen Partnerschaft zunächst seinen Familiennamen verlor und meinte: „Es ist wissenschaftlich nicht haltbar, dass es nur zwei Geschlechter gibt.“

Das Publikum zeigte sich sehr interessiert an diesen vielfältigen Themen und motiviert, auch selbst mit Zivilcourage und etwaigem ehrenamtlichem Engagement ein Stück weit zu einer sozialeren Gesellschaft beizutragen.

(Text: Nina Brlica)

Vortrag: Ass. Prof. Dr.in Christine Stelzer-Orthofer
Vortrag Vormittag - Keynote: Mag.a Petra Ramsauer
Vortrag: Nachnittag: Mag.a Petra Ramsauer


Rückmeldungen von Studierenden

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L.E.V. Marktplatz

Mit einem besonderen Einstieg startete am 26. November 2018 der Marktplatz von L.E.V., welches freiwilliges Engagement in die Hochschullehre integriert und dieses auch reflektiert. Der Poetry Slammer und Autor Omar Khir Alanam las aus seinem Buch „Danke! Wie Österreich meine Heimat wurde“ einen Bericht zum Thema Menschlichkeit und Wärme. Ausgehend von seiner eigenen Erfahrung als Geflüchteter möchte er nun junge Menschen inspirieren und zu Empathie und Engagement anregen.

Außerdem beschrieb sich Mag.a Doris Schmidauer in ihrer Keynote als gebürtige Oberösterreicherin vom Lande, welche ehrenamtliche Tätigkeit von ihren Eltern als Selbstverständlichkeit mitbekommen hatte. Die derzeitige Unternehmensberaterin sieht sich selbst weniger als First Lady denn als First Volunteer und bezeichnet diese Rolle als freiwilliges Engagement, welches man nach eigenem Gutdünken gestalten kann und im Rahmen dessen sie sich nun für alleinerziehende Mütter mit Armutsgefährdung einsetzt.

Rektor Dr. Franz Keplinger hob hervor, dass für ihn Menschlichkeit und soziales und gesellschaftliches Engagement für Bildungsinstitutionen enorm wichtig und eigentlich notwendig sind. Auf die Frage, wann es L.E.V. nicht mehr geben würde, antwortete er, erst dann, wenn es uns nicht mehr gebe, uns Menschen, die sich einsetzen und engagieren.

HR Mag. Franz Asanger sprach sich auch für die Verantwortung von Bildungseinrichtungen für die Gesellschaft aus und zeigte sich höchst erfreut über das L.E.V. Projekt an der PH Linz. Schließlich haben die Worte „Denken“ und „Danken“ die gleichen indogermanischen Wurzeln und somit lässt sich die logische Brücke von Bildungsarbeit und sozialem Engagement schlagen.

Landesrätin Birgit Gerstorfer betonte die enorme Bedeutung von ehrenamtlicher Tätigkeit für das ganze Bundesland und unsere ganze Gesellschaft und dass wir in Oberösterreich in diesem Bereich Spitzenwerte erreichen. Weiters sprach sie über die wichtige Rolle des Unabhängigen Landesfreiwilligenzentrums (ULF), welches als Drehscheibe fungiere und die Beratung, Vermittlung und Begleitung von Freiwilligen in ganz Oberösterreich übernehme und auch für L.E.V. ein ganz wichtiger Kooperationspartner sei. Liebes Team von ULF: Herzlichen Dank für die sehr gute Zusammenarbeit!

An die 30 Institutionen und NGOs präsentierten ihre Angebote und Arbeitsbereiche im Rahmen des Marktplatzes, was die Studierenden und viele andere beeindruckte. Herzlichen Dank an alle Einrichtungen!


HENRI 2018 für L.E.V.

Freiwilligenpreis des Roten Kreuzes

HENRI, der jährlich vergebene Freiwilligenpreis des oberösterreichischen Roten Kreuzes, wurde nach dem Gründer des Roten Kreuz, Henri Dunant, benannt und am 23.3.2018 wieder verliehen. Unser Projekt L.E.V. bekam den HENRI in der Kategorie Sonderpreis. Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung! Unser Projekt ist nur aufgrund des hohen Engagements der Studierenden, der Kolleginnen und Kollegen und des ULF so erfolgreich. Herzlichen Dank an alle!

L.E.V. Marktplatz

„Nicht auf die Größe des Engagements kommt es an, sondern dass wir im Kleinen beginnen und Spuren hinterlassen.“ (Corti, 2017)

Am 27.11.2017 veranstalteten wir zum vierten Mal mit großem Erfolg den Marktplatz zum Projekt L.E.V.

Als Ehrengäste durften wir Cecily Corti, die Gründerin und Leiterin der verschiedenen Vinzi-

Rast-Einrichtungen für Obdachlochse in Wien, Franz Kehrer MAS, den Leiter der Caritas OÖ und Landesrätin Birgit Gerstorfer an unserer Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz begrüßen.

In ihrer Eröffnungsansprache vermittelte Frau Corti sehr berührend ihre Beweggründe sich für Menschen, die in Not geraten sind, zu engagieren. Die Würde jedes einzelnen Menschen muss gewahrt werden. „Es geht darum, den Empfangenden zu ermächtigen.“

Direktor Kehrer wies in seinem Vortrag auf die große Leistung der einzelnen Arbeitsbereiche der Caritas hin und würdigte das Engagement der Studierenden und aller Freiwilligen.

Studierende und Gäste konnten mit über 30 Institutionen aus unterschiedlichsten Bereichen ins Gespräch kommen, um sich zu informieren und erste Kontakte zu knüpfen. Herzlichen Dank an alle NGOs und Institutionen und besonders an ULF für die Organisation und gute Zusammenarbeit.

Mag. Elisabeth Hueber-Mascherbauer
& Team

Alle Bilder der Veranstaltung finden Sie auf unserer Facebookseite!


Freiwilliges Engagement macht Karriere

Mit großem Erfolg fand am 20. März 2017 an unserer Pädagogischen Hochschule die Veranstaltung "Freiwilliges Engagement macht Karriere" statt. 

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde der Freiwilligennachweis NEU von Herrn Wolfgang Kellner vorgestellt und unser Haus präsentierte das Projekt L.E.V. den Medien und einer breiten Öffentlichkeit.

Nach einem Kurzinput von Sozialminister Stöger wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Landesrätin Gerstofer, Wolfgang Kellner, Rektor Keplinger, Nicole Sonnleitner (ULF) und Kasandra Gajic die Bedeutung des Sozialen Engagements und auch das Projekt L.E.V. diskutiert. In Workshops wurden anschließend der Freiwilligennachweis NEU und L.E.V. näher erläutert.

Der "Marktplatz der Freiwilligenorganisationen" lud ein, unterschiedliche Tätigkeitsfelder kennenzulernen. Kulinarisch wurden alle Gäste mit internationalen Spezialitäten von der Organisation "Über den Tellerrand" verwöhnt. Herzlichen Dank an BMASK, ULF und allen NGOs für die Unterstützung und Teilnahme!

Bericht Edugroup: Neuer Nachweis über freiwillige Tätigkeiten
TV-Bericht LT1: Ehrenamt als Job-Vorteil


L.E.V. Marktplatz

Am 23.11.2016 fand zum zweiten Mal - mit großem Erfolg - der Marktplatz des Projektes Lernen. Engagement. Verantwortung statt, dessen Ziel es ist, die Ausbildung mit sozialem Engagement zu verbinden.


Projekt "Miteinander - Füreinander"

In vielen Schulen sind Lehrerinnen und Lehrer mit großen Herausforderungen konfrontiert, da immer mehr Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zu ihren Schützlingen gehören.

In Anbetracht dieser Situation startet die Pädagogische Hochschule der Diözese Linz in Zusammenarbeit mit ULF das Projekt „Miteinander-Füreinander“.

ULF (unabhängiges LandesFreiwilligenzentrum) ist die Drehscheibe für freiwilliges soziales Engagement in OÖ.

In diesem Projekt „Miteinander-Füreinander“ fungiert ULF als Schnittstelle zwischen Asylwerber/-innen, der PHDL und den Schulen.

In Österreich warten viele hochqualifizierte geflüchtete Akademiker/-innen und Pädagogen und Pädagoginnen auf ihren positiven Asylbescheid.

Da Asylwerber/-innen in Österreich während ihres Verfahrens nicht arbeiten dürfen, haben viele das Bedürfnis sich in der Gesellschaft freiwillig zu engagieren (zum Beispiel Besuchsdienste in Altenheimen, Mithilfe bei Veranstaltungen, Gemeinschaftsgärten uvm.).

Auf Grund der Kriegssituation haben viele Flüchtlingskinder in ihrem Heimatland kaum bis keine Schulbildung erfahren. Zu den traumatischen Erlebnissen kommen noch enorme Sprachbarrieren hinzu.

Diese Kinder kennen oft die einfachsten, täglichen Gebräuche und Gewohnheiten in Österreich nicht.

Unser Projekt möchte hier mit Hilfe der Asylwerber/-innen Anlaufstelle sein, um Flüchtlingskindern bei der Bewältigung ihres Schulalltags zu unterstützen. Der/Die Asylwerber/-in fungiert als Mittler/-in zwischen Schule, Flüchtlingskind und deren Eltern.

Die Ziele von "Miteinander- Füreinander" sind:

  • Die Flüchtlingskinder in ihrer Muttersprache zu unterstützen, damit sie besser am Unterricht teilnehmen können.
  • Den Kindern das Ankommen in einer für sie unbekannten Gesellschaft zu erleichtern.
  • Durch Kenntnis einer gemeinsamen Sprache sowie diverser kultureller Codes, den Flüchtlingskindern in den freiwillig Engagierten neue Vertrauenspersonen anbieten.
  • Gelebte Inklusion als Vorbildmodell für die Schulgemeinschaft.

Ein Pilotprojekt findet derzeit bei Frau Dipl.Päd. Margit Kriechbaumer in der Michael - Reitterschule (Landesschulzentrum für Hör- und Sehbildung) statt. Herr Sabir, ein afghanischer Pädagoge, unterstützt seit Jänner afghanische Flüchtlingskinder. Anfangs war er nur in einer Klasse eingesetzt, jetzt steht er Flüchtlingskindern in mehreren Klassen dieser Schule helfend zur Seite.

„Er ist sowohl schulisch, als auch menschlich eine Bereicherung“, erklärt die Lehrerin äußerst zufrieden.

Herr Sabir freut sich sehr, dass er durch seine Mithilfe in der Schule einerseits seinem Aufnahmeland etwas zurückgeben und gleichzeitig seine Sprach- und Österreichkenntnisse verbessern kann.

Alle Asylwerber/-innen, die in Schulen eingesetzt werden, sind über das ULF  versichert und es liegen Strafregisterauszüge vor.

Die Art und den Umfang der Unterstützung des sozialen Engagements durch die jeweiligen Asylwerber/-innen bestimmen die Schulen/Lehrkräfte in Absprache mit dem/der Freiwilligen. Es besteht kein Arbeitsverhältnis.

Das freiwillige Engagement kann jederzeit von beiden Seiten beendet werden.

Das Team des Departments für Pädagogisch-Praktische Studien unterstützt das Projekt und hilft bei der Implementierung an den Schulen. Die enge Zusammenarbeit mit ULF hat sich schon beim Projekt L.E.V. (Lernen, Engagement und Verantwortung) mehr als bewährt und wird in gewohnt enger Kooperation fortgeführt.

„Miteinander – Füreinander“ schafft für alle Beteiligten eine Win-Win- Situation.


Kick-Off 2015

Am 26.11.2015 fand an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz der offizielle Start des Projektes L.E.V. statt.

Lernen. Engagement.Verantwortung. basiert auf dem Konzept des Service Learning. Ziel ist, Soziales Engagement von Studierenden mit Fachwissen unter Einbeziehung von Reflexion zu verbinden.

Pädagogische Hochschulbildung ist gefordert, einen Beitrag zur Entwicklung einer inklusiven Gesellschaft zu leisten. Die künftigen Lehrer/-innen sollen im Rahmen der Ausbildung inhaltliche wie methodische Kompetenzen erwerben. Hochschulen können konkrete Erfahrungen in einem inklusiven Setting vermitteln. Sie sind Orte von Forschung, Bildung und Innovation, sie befähigen Studierende zu verantwortlichem und kritischem Handeln. Studierende können somit als zukünftige gesellschaftliche Multiplikatoren/-innen zu einem gelungenen gesellschaftlichen Zusammenleben maßgeblich beitragen.

Übergreifendes Ziel ist, durch Service Learning die Zivilgesellschaft und damit die Demokratie zu stärken. Die Gesellschaft profitiert dabei nicht nur vom ganz konkreten Engagement der Studierenden, das sie bei SL leisten, sondern sie gewinnt im Idealfall auch eine engagierte und kritische Generation, die gelernt hat, sich aktiv und bewusst für die Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse einzusetzen.
(Vgl. A. Seifert & S. Zentner 2010, S. 12 f)

Das Unabhängige LandesFreiwilligenzentum – kurz ULF - ist die Drehscheibe für freiwilliges, soziales Engagement in OÖ. Es fungiert als Schnittstelle zwischen den Sozialeinrichtungen, den Studierenden und der Pädagogischen Hochschule.

32 Institutionen und NGOs aus ganz Oberösterreich präsentierten sich und ihre Arbeitsfelder im Rahmen eines Marktplatzes. Diese Gelegenheit nutzten viele Studierende des Hauses zum Knüpfen erster Kontakte. Neben sehr informativen Gesprächen wurde mit syrischen Nationalspeisen für das leibliche Wohl gesorgt.

Herzlichen Dank an ULF und alle Institutionen und NGOs für ihr Kommen und ihr großes Engagement!