Der Forschungsbereich “Pädagogische Professionalisierung” widmet sich der systematischen Analyse, Begleitung und Weiterentwicklung von Professionalisierungsprozessen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung bzw. Schulentwicklungsberatung von Lehrpersonen im Sinne des Professionalisierungskontinuums. Im Zentrum steht die grundlegende Frage, wie unter sich wandelnden gesellschaftlichen, kulturellen und bildungspolitischen Bedingungen eine innovative, reflexive und wertebasierte Pädagog:innenbildung gestaltet werden kann. Die PHDL bringt dabei ihre ausgewiesene pädagogische, fachwissenschaftliche, fachdidaktische und hochschuldidaktische Expertise ein, um wissenschaftlich fundierte Impulse für die Weiterentwicklung professionellen Handelns zu setzen.
Ziel des Forschungsbereichs ist es, durch die Entwicklung theoretischer Konzepte, die empirische Untersuchung von Lerngelegenheiten sowie die Konzeption und Evaluation neuer Formate zur Professionalisierung eine nachhaltige Qualitätssicherung in der Pädagog:innenbildung zu leisten – und zwar unter Berücksichtigung rechtlicher, struktureller, ökologischer und ökonomischer Rahmenbedingungen. Dabei wird Professionalisierung nicht als punktuelles Ereignis verstanden, sondern als ein dynamischer, lebensbegleitender Prozess, der alle Phasen der pädagogischen Laufbahn – von der Ausbildung über den Berufseinstieg bis hin zu Leitungstätigkeiten – umfasst.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Professionalisierung im Kontext von Werte- und Persönlichkeitsbildung. Die freie Entfaltung der Persönlichkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und die Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen in der eigenen Person werden als zentrale Bausteine persönlichkeitsbildender Handlungskompetenz betrachtet. Entsprechend werden auch Formate wie Supervision sowie verschiedene persönlichkeitsbildende bzw. selbsterfahrungsorientierte Ansätze erforscht und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit analysiert. Berufsbiografische Zugänge und die systematische Reflexion pädagogischer Erfahrungen stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Fragen nach ethischer Orientierung und professioneller Haltung.
Flankierend werden historische Perspektiven auf Idee, Aufgabe und Selbstverständnis von Pädagog:innenbildung in die Forschung integriert. Intensiviert werden soll ein Zugang, der aktuelle Entwicklungen nicht nur empirisch erfasst, sondern auch kritisch kontextualisiert und im Licht historischer Kontinuitäten und Brüche neu bewertet. Diese Rückbindung an bildungsgeschichtliche Diskurse eröffnet zusätzliche Perspektiven für eine vertiefte Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Herausforderungen der Professionalisierung.
Die PHDL vernetzt sich durch den Forschungsbereich sukzessive stärker mit nationalen und internationalen Bildungseinrichtungen und intensiviert die Kooperation mit den Forschungsschulen der PHDL (PVS/PMS) und den Übungskindergärten. Darüber hinaus werden die im regionalen und nationalen Bildungswesen bestehenden Strukturen und Netzwerke aktiv genutzt, um Forschung und Praxis in unterschiedlichen Disziplinen der schulischen und hochschulischen Bildung und darüber hinaus – wie etwa Neurowissenschaft, Rechtswissenschaft, Organisationsentwicklung, Therapie oder Positive Psychologie – in einen wechselseitigen Austausch zu bringen. So entstehen praxisnahe und zugleich theoriegeleitete Projekte, die nicht nur zur Weiterentwicklung der Pädagog:innenbildung beitragen, sondern auch konkrete Impulse für schulische Innovationsprozesse liefern.