Campus7: Entwurfspräsentation
OrganisationLinz – 12. Oktober 2026
Exakt neun Monate nach dem Vorentwurf vom 12. Jänner ist die Zeit für die behördliche Einreichung nun reif – die klassische Dauer, bis etwas Neues das Licht der Welt erblickt.
Aus diesem Schöpfungsprozess stellten bei der heutigen Entwurfspräsentation an der PHDL das Architektenteam vom Atelier Thomas Pucher und die Strategieberater von M.O.O.CON nach den Eröffnungsworten von Bischofsvikar Johann Hintermaier in der AULA vor 100 Interessierten die Ergebnisse des Planungsprozesses vor: sie verbanden architektonische Vision, pädagogisches Konzept und operative Umzugsplanung zu einem überzeugenden Gesamtbild.
Begegnung als Leitmotiv
„Die Begegnungsräume, die es hier schon früher gegeben hat, soll es in Zukunft in einer Form geben, die zum Leben von morgen passt“, brachte Projektleiter Hintermaier den Anspruch auf den Punkt, Bildung als Teil des gesellschaftlichen Lebens zu verstehen. Das “behutsame Weiterbauen” der denkmalgeschützten Brutalismus-Anlage von Franz Riepl kann grob in drei Punkte zusammengefasst werden:
Drei grundlegende Eingriffe
Architektonisch geht es um drei grundlegende Eingriffe: gezielt Licht in bislang dunkle Bereiche des Bestands zu bringen, mit neuen Verbindungen (also Wegen, Plätzen und zusätzlichen Innenhöfen wie z.B. Felsbirnenhof oder Zierapfelhof) Orientierung zu erleichtern, aber auch die Aufenthaltsqualität zu stärken.
Der Campus7 für Bildung und für Wissenschaft wird (z.B. durch Gemeinschaftsküche, Mensa und informelle Treffpunkte) auch strukturell zu einem Campus7 für Soziales: Dafür ist v.a. das neue “Forum” als gemeinschaftliche Mitte auf der bisher wenig genutzten Dachterrasse von Haus A vorgesehen. Eine große Sitztreppe soll dabei das Foyer öffnen, das nicht nur verbindet, sondern Lerngelegenheiten bieten soll.
Und: Erweiterungen an den Rändern des Bestands werden präzise Ergänzungen – damit das neue “Ensemble” kompakt und die Wege kürzer bleiben, bei weniger zusätzlichem Landschaftsverbrauch. Das Paradebeispiel: In Anspielung auf das 2023 eingestellte Schwimmbad soll die neue Bibliothek zum “Pool des Wissens” in besonderer Raumhöhe mit aktivem Lern- und Aufenthaltsraum werden.
Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Alltagstauglichkeit
„Die nachhaltigste Entscheidung ist schon lange vor uns getroffen worden: dass man das erhält, was an Bausubstanz da ist, und es in die Zukunft weiterbaut", sagte Nadja Prässler vom M.O.O.CON-Team zum Erhalt des Bestands (statt Abriss, eben Neubau; auch die Tragstruktur, Fassaden, Dächer, Innenräume und viele Möbel werden weiterverwendet).
Insgesamt werden 35 neue heimische Laubbäume (Feld-/Bergahorn, Eiche, Felsbirnen, Zieräpfel, Apfelbäume etc.) gepflanzt – selbst der “Bobhügel” bleibt erhalten. Die Parkplätze sollen nach dem Umbau weitgehend dem Bestand entsprechen (kleine Anpassungen für Reversieren und Feuerwehr) und 234 Fahrradabstellplätze soll es dezentral vor den Eingängen geben. Außerdem sind u.a. barrierefrei nutzbare Sanitärbereiche sowie Umkleide- und Duschmöglichkeiten für Radfahrende vorgesehen (wobei das Bestandsgebäude gewisse Grenzen setzt).
Vom Raumkonzept bis zum einzelnen Möbelstück
Wie konkret die Planung bereits ist, zeigte der Blick auf die Ausstattung: Nutzungen, Möblierung und technische Anforderungen der Räume sind detailliert erfasst. Vorhandene Möbel sollen teilweise weiterverwendet werden – bei historischen Einbauten in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt. Parallel entstehen neue fixe Einbauten und bewegliche Möbel. Ein Möbelkatalog bereitet die weitere Detailplanung und die Beschaffung vor. Die künftigen Nutzer:innen bleiben in die weitere Detailplanung der Räume eingebunden.
Die Interimsphase und nächste Schritte
Bis der neue Campus7 bezugsfertig ist, nutzt die PHDL ab Juli 2027 den “Guten Hirten” (Baumbachstraße 28, Linz) als zentralen Interimsstandort. Dort werden Büro-, Lehr- und Seminarbereiche eingerichtet, in denen Lehre, Verwaltung und Studierendenservices weiterlaufen können. Der Umzug selbst ist logistisch komplex: Neben Möbeln und Arbeitsmaterialien müssen auch Bücherbestände, Musikinstrumente und Maschinen fachgerecht übersiedelt werden. Parallel dazu laufen die Anpassungen am Gebäude und die detaillierte Umzugsplanung.
Der Aufenthalt im “Guten Hirten” ist auf die Zeit bis zum Einzug in den Campus7 ausgerichtet, der für Sommer 2029 vorgesehen ist. Dann ziehen die “Homebases” der PHDL und der KU, das Campusmanagement, die Räume der Lehre, Seelsorge, Bibliothek, Mensa etc. ein. So bleibt der Hochschulbetrieb auch während der Bauphase weitgehend aufrechterhalten. Im Herbst 2030 sollen weitere Einrichtungen wie SOB, Konservatorium für Kirchenmusik etc. folgen.
Fragen & Diskussion
In der anschließenden Diskussion wurden vor allem praktische Fragen zur Erreichbarkeit der Turnsäle, zu Sanitäranlagen, zu Arbeitsplätzen für Lehrende und zum Raumklima im Sommer gestellt. Die entscheidende Herausforderung wird sein, die geplanten Abläufe und räumlichen Lösungen so umzusetzen, dass der Hochschulbetrieb während der Interimsphase möglichst reibungslos weiterlaufen kann.
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