Vorentwurf zum Campus7
BildungLinz – 12. Jänner 2026
Auf dem PHDL-Gelände soll ab Sommer 2027 eines der größten Bildungsbauprojekte Österreichs konkrete Formen annehmen: der Campus7 für Bildung, Wissenschaft und Soziales.
Heute wurden den Mitarbeiter:innen der Institute sowie den Anrainer:innen die architektonischen Leitideen, der Zeitplan und das gemeinsame Erscheinungsbild vorgestellt.
Ein Name, viele Perspektiven
Für Bischofsvikar Johann Hintermair (Projektverantwortlicher) ist der neue Name nach innen identitätsstiftend, nach außen orientierend: „Campus7 steht für eine Vielschichtigkeit und Vernetzung, mit der wir alle im selben Boot sitzen – als Gesellschaft, als Kirche, als Bildungslandschaft.“
Bei der Migration von mehreren Einrichtungen gehe es nicht nur um räumliche Nähe, sondern um gemeinsames Gestalten: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile – genau darin liegt die große Chance dieses Projekts.“
Vom Konzept zur Umsetzung
Andreas Kaltseis, neuer Bereichsleiter der Diözese für Bildung & Kultur, zeichnete den bisherigen Projektverlauf nach: im November 2024 erfolgte die erste Präsentation eines 25-prozentigen Vorentwurfs. Mit dem 75-prozentigen Vorentwurf ist es nun das Ziel, bis Ende des Sommers einen genehmigungsfähigen Entwurf zu erarbeiten und anschließend die Einreich- und Bewilligungsverfahren bei Land, Bund und Diözese zu starten.
Ein möglicher Baubeginn wird – bei positivem Verlauf aller Verfahren – für Sommer 2027 angestrebt. „Wir bewegen uns mit hohem Tempo – aber bewusst, strukturiert und im Dialog mit allen Beteiligten.“
Architektur zwischen Anspruch, Budget und Realität
„Die Entwürfe sind konkret, unser Zeitplan ist ambitioniert“, sagt Thomas Pucher, Gewinner des Architektenwettbewerbs. Der weitere Fahrplan: Bis zum Sommer soll seine Entwurfsplanung abgeschlossen sein, die notwendigen Genehmigungs- und Vergabeverfahren folgen bis Herbst, es werde eine Ausschreibung für Baufirmen geben, dann erst kann mit dem Bau beginnen werden.
Die Bauzeit selbst wird voraussichtlich rund zwei Jahre dauern, wobei lärmintensive Arbeiten möglichst in die Ferienzeiten gelegt werden sollen. „Unser Anspruch ist es, den laufenden Bildungsbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.“
Kaltluftschneise und mehr Licht als wichtige Baufaktoren
Das bestehende Gebäude A wirke laut Pucher derzeit wie eine “Wärmeinsel. Mit der Neugestaltung soll dieser Effekt reduziert werden”, sagt der nahbare Architekt über den Freinberg-Grünraum als Frischluftkorridor, der mehr kühle Luft in die Linzer Innenstadt bringen soll.
“Teil unserer Aufgabe ist auch, mehr Licht und Orientierung in das teilweise unterirdische Gebäude hineinzubringen.” Geometrisch gesehen liege die derzeit ungenutzte Terrasse mit viel Kies genau in der Mitte im Ensemble zwischen Gebäude A, B und C. Mit herrlicher Aussicht auf Linz soll diese zum zentralen Anziehungspunkt des neuen Campus7 werden.
Der zukünftige Haupteingang soll eine Etage tiefer barrierefrei gestaltet sein. Mehr Fahrrad-Stellplätze soll es geben. Im Gespräch ist auch eine bessere Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Ad-hoc-Lerngelegenheiten statt klassischem Gangsystem
Weil das Haus ohnehin schon offen gedacht ist und nicht aus reinen Gängen besteht, soll dieser Raum selbst zum pädagogischen Faktor werden: Offene Raumstrukturen ermöglichen Lernen dort, wo es entsteht: im Gespräch, im kurzen Austausch oder in spontanen Arbeitsphasen. Das Gebäude unterstützt damit zeitgemäße Bildungsprozesse, die nicht nur im Seminarraum stattfinden.
Das neue Campus7-Logo
Abschließend präsentierte Christian Steiner (upart Werbeagentur) das neue Campus7-Logo sowie den Prozess zur identitätsbasierten Markenfindung. In einem gemeinsamen, partizipativen Verfahren mit allen beteiligten Institutionen wurde ein visuelles Erscheinungsbild entwickelt, das Vielfalt, Zusammengehörigkeit und Zukunftsorientierung ausdrückt.
„Das neue Logo ist kein aufgesetztes Branding, sondern Ausdruck einer gemeinsam entwickelten Identität“, konstatiert Steiner.
