"HoFo meets PHforscht"
BildungLinz – 9. Februar 2026
Anfang Februar verwandelte sich der HS1 in ein Forum. Unter dem Titel „HoFo meets PHforscht“ widmete sich der interdisziplinäre Studientag der PHDL zwei großen Schwerpunkten: der Sprachbildung in einer heterogenen Schullandschaft und der strategischen Ausrichtung der PH am Linzer Freinberg in Forschung & Lehre.
Nach der Begrüßung durch IL Dr. Beatrix Hauer (IAB) und Rektor Dr. Johannes Reitinger startete der Nachmittag mit einem tiefen Blick in die Klassenzimmer von heute.
Sprache als Schlüsselkompetenz
Dr. Andrea Ender (Universität Salzburg) legte zu Beginn in ihrem Plenarvortrag dar, wie Schule nicht nur Lernort, sondern ein aktiver Sprachraum sein kann. Ihr Fokus lag besonders auf Schüler:innen mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und der Frage, wie spracherwerbsförderliche Kontexte quer durch alle Fächer geschaffen werden können.
Danach weitete Dr. Gudrun Kasberger (PHDL) mit “Sprach(en)bewusstes Unterrichten in Schule und Hochschule” den Blickwinkel auf Institutionen selbst. Sie beleuchtete Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Fachkulturen und plädierte einerseits für eine gezielte Förderung bildungssprachlicher Kompetenzen und andererseits für stärkere Zusammenarbeit im Sinne einer sprachsensiblen (Hoch-)Schulentwicklung. Ihre Botschaft war klar: Sprachbildung ist keine Inselaufgabe, sondern ein Querschnittsthema.
Von Theorie in Praxis
Danach ging es eine Stunde lang für die Teilnehmenden in die Fachgruppen-Workshops. Hier wurde das Gehörte diskutiert, vertieft und auf die eigene Lehrtätigkeit übertragen.
Neue Matrix für die Forschung
Im zweiten Teil stellte IL Dr. Florian Wegscheider (IWT) die gemeinsam herausgearbeiteten Forschungsbereiche als wissenschaftliche Bezugsräume der PHDL und ihre Entstehungsgeschichte vor. “Forschungsbereiche sind nicht allein Bereiche der Forschung, sondern auch der Ausbildung, Fortbildung, Weiterbildung, Schulentwicklungsberatung”, so Wegscheider zur ganzheitlichen Ausrichtung der PHDL.
Die neu entwickelte Forschungsmatrix verknüpft sechs Forschungsbereiche mit drei quergelagerten Forschungshorizonten, die Lehre, Forschung und Schulentwicklung eng miteinander verzahnt.
Ziel ist neben einer engeren internationalen und institutionellen Verflechtung auch eine systematische Ressourcenfokussierung. Schließlich verleihen erst Ressourcen das Pouvoir zu handeln: sie begrenzen und ermöglichen das Forschungsfeld der PHDL.
Aus Bereichen und Horizonten ergeben sich Schwerpunkte
“Wo wir als Hochschule hinwollen…”, spannte Rektor Dr. Johannes Reitinger abschließend den strategischen Bogen. Der 51-jährige Bildungswissenschaftler erklärte, wie diese Forschungshorizonte („Freiheit in Verantwortung“, „Friede in Achtsamkeit“ und „Schöpfungsbewahrung in Demut“) als wertebasierter Kompass dienen können, der alle wissenschaftlichen Aktivitäten der Hochschule durchdringt.
Aus der Schnittmenge dieser “Bereiche” und “Horizonte” entstehen dann konkrete Forschungsschwerpunkte. "Nicht jeder Forschungsbereich ist ein Forschungsschwerpunkt", diese würden sich oft implizit heraus kristallisieren. Aber „ein Schwerpunkt sollte mindestens einem Forschungsbereich zugeordnet sein und kann mehrere Horizonte bedienen." Sie erzeugen Impact, können Nische oder Alleinstellungsmerkmal sein und auch bereits existierende Schwerpunkte können weiterentwickelt werden.
Offen, partizipativ, profilbildend
Entscheidend sei, dass die Schwerpunktsetzung partizipativ und niederschwellig ist ("Personen aus allen Bereichen können Vorschläge einbringen" und “nicht jede Person muss alle Inhalte abdecken”), um Schritt für Schritt ein gemeinsames Narrativ aus Freiheit, Friede und Schöpfungsbewahrung aufzubauen.
Den Abschluss des dichten Programms bildete eine Reflexionsrunde mit Dr. Danièle Hollick, die die Fäden des Tages zusammenführte. „HoFo meets PHforscht“ demonstrierte erneut einen lebendigen Raum für Forschung und kritische Weiterentwicklung.
