PHDL trauert um Bischof Aichern

Campusleben

Für die PHDL ein großes Vorbild

Bischof Maximilian Aichern © Diözese Linz / Hermann Wakolbinger

Linz – 31. Jänner 2026

Maximilian Aichern OSB, emeritierter Bischof der Diözese Linz, verstarb am 31. Jänner 2026 im 94. Lebensjahr. Von 1982 bis 2005 leitete er die Diözese mit großer Prägung – und hinterlässt tiefe Trauer.

Für Altbischof Maximilian Aichern findet das Requiem am Samstag, 7. Februar 2026, um 12 Uhr im Linzer Mariendom statt; die Beisetzung erfolgt im Stift St. Lambrecht. ORF2 sendet einen Nachruf auf Aichern am 1. Februar.

Bischof Aichern wollte auch von seinen Diözesanen am liebsten mit Bischof Maximilian angesprochen werden. Maximilian Aichern war eine lange und prägende Zeit Bischof von Linz und der Pädagogischen Hochschule (bzw. ihren Vorläufereinrichtungen) sehr wohlwollend eingestellt. Als tief gläubiger und von Humanismus erfüllter Mensch, der seine Mitmenschen generell spürbar liebte, wusste er um die Bedeutung von Wissen und Bildung.

 

Aufgewachsen in der Zeit des Faschismus und des Zweiten Weltkrieges war er ein überzeugter Vertreter des Dialoges und der Zusammenarbeit durch das „sich Zusammenreden“. Man könnte ihn einen Freund dessen nennen, was in Österreich nach 1945 als Sozialpartnerschaft, „Große Koalition“, demokratische Zusammenarbeit und feste Verankerung in den Menschenrechten betrachtet wurde. Aichern wollte diesen konstruktiven Geist in Österreich erhalten und litt daran, wenn dieser missachtet wurde. Gewalt, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit waren ihm zuwider, und er verstand sich wohl auch schon, bevor er Bischof wurde, als „Brückenbauer“ (der Name „Pontifex“ bezeichnet eigentlich genau das).

 

Obwohl Aichern fest im kirchlichen Milieu beheimatet war – er lernte zuerst Fleischhauer und trat dann in den Benediktinerorden ein –, teilte er z. B. niemals den Sozialistenhass des konservativen Österreichs oder die Verachtung gegenüber Juden, Muslimen, „Ausländern“ oder Andersgläubigen. In Rom erlebte er 1959 zufällig die Ankündigung des Zweiten Vatikanischen Konzils persönlich mit und blieb dem weltoffenen Geist des Konzils sein Leben lang treu.

 

Unter seiner Leitung versuchte die Diözese Linz – auch im Konflikt mit vatikanischen Behörden –, Frauen in kirchlicher Verantwortung zu fördern, weit mehr als dies anderswo in der Kirche üblich war. Die Diözese Linz arbeitete als erste einen Kollektivvertrag für ihre Mitarbeiter:innen aus, engagierte Laien und die Katholische Aktion konnten ernsthaft Verantwortung tragen – das war neu in der österreichischen katholischen Kirche.

 

Aichern lebte und pflegte Toleranz und Zuneigung auch gegenüber Menschen, die Schwierigkeiten mit der Amtskirche hatten; er war durch und durch Demokrat. So arbeitete er z. B. persönlich aktiv an der Allianz für den freien Sonntag mit Gewerkschaftern und Unternehmervertretern und ging weltoffen auf alle denkbaren Gruppen und Organisationen der oberösterreichischen Gesellschaft zu, ebenso wie er mit Synagogen und Moscheen um Frieden und gegenseitige Achtung betete und sich glaubwürdig dafür einsetzte. Aichern hatte ein aufmerksames Gehör für arme und notleidende Menschen und stiftete persönlich wiederholt Initiativen der sozialen Gerechtigkeit und Armutsbekämpfung.

 

Die Universitäten, Hochschulen und Pädagogischen Hochschulen liebte Aichern und wollte Wissenschaft und geistige Auseinandersetzung in jeder Hinsicht fördern. Obwohl er in persönlicher Bescheidenheit oft andeutete, dass er selbst kein Wissenschaftler sei, war er sich unserer wissensbasierten Welt bewusst und förderte den internationalen Austausch persönlich. Europa war ihm ein ehrliches Anliegen, nicht nur als Wirtschaftsunion, sondern als Miterbauer einer regelbasierten, friedlicheren Welt ohne Nationalismus und Verachtung. Er ermutigte immer, daran zu glauben, dass dies möglich sei.

 

Mit Maximilian Aichern verlieren wir eine große Persönlichkeit des christlichen Glaubens, einen wirklichen Brückenbauer und Mutmacher für alle, die Sorgen und Not haben, einen Freund der Wissenschaft und einer Weltoffenheit, die uns heute, 2026, in Österreich allzu sehr fehlt. Wir haben ihm unendlich viel zu verdanken.

Diese Würdigung seines Wirkens und Vermächtnisses stammt von DDr. Severin Renoldner (PHDL).

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Stellungnahme Diözese Linz
Worte d. österr. Bischöfe
Würdigung der KU Linz
Nachruf auf ORF2