Wie Schulen lernen
WissenschaftLinz – 11. März 2026
Wie kann eine Schule bei Veränderungsprozessen unterstützt werden? Nicht nur einzelne Lehrpersonen – sondern die Schule als Ganzes. Genau hier setzt das "PAROLS-LAB" an – eine neue Forschungsgruppe an der PHDL. Ein technischer Name mit einer ganz praktischen Idee:
Forscher:innen, Berater:innen, Schulleitungen und Lehrer:innen arbeiten zusammen, stellen Fragen, probieren aus und reflektieren. Immer wieder. Konkret steht das PAROLS-LAB für Professionalisation, Action Research, Organisational Learning, Schools. Oder einfacher gesagt: Wie Schulen gemeinsam besser lernen können.
Reflexion verändert Praxis
Seit 2023 arbeiten mehrere Projekte daran. Sie untersuchen Kooperation, Führung und nachhaltige Schulentwicklung.
Was passiert, wenn Supervision und Aktionsforschung zusammenkommen? Supervision schafft Raum für Reflexion, ist extern moderiert, strukturiert. Aktionsforschung bringt Praxis und Forschung zusammen. Lehrpersonen untersuchen dabei ihre eigene Arbeit. Im Projekt von Elisabeth Oberreiter und Stefan Zehetmeier greifen beide Ansätze ineinander, um individuelle und kollektive Lernprozesse in Schulen zu vertiefen und zu untersuchen, wie und unter welchen Bedingungen reflexive Professionalisierung zu Adaptionen führen kann. Manchmal entstehen so neue Routinen und Strukturen, wo sich Schule als Organisation verändert.
Schulentwicklung ist selten linear
Das Projekt von Gerda Reisinger untersucht eine andere Frage: Wie treffen Berater:innen in Schulentwicklungsberatungsprozessen Entscheidungen? Wie intervenieren sie? Schulische Entwicklung bringt unterschiedlichste Interessensgruppen und Stakeholder zusammen. Viele Interessen bedeuten: Viele Perspektiven. Viele Unsicherheiten. Die Antworten können zeigen, wie Entwicklungsprozesse regulierend begleitet werden können. Und wo organisationale Lernprozesse beginnen.
Leitung ist mit Gruppen verknüpft
Leitung ist mehr als Management. Schulleitungen erleben in der Schule, wie Gruppen funktionieren. Und wie sie selbst darin handeln. Da geht's um Nähe und Distanz. Um Zugehörigkeit. Um Macht und Autorität. Im Projekt von Sarah Mayr werden diese Fragen in gruppendynamischen Trainings sichtbar. Manchmal verändern solche Erfahrungen die Führung, oder gar die Kultur einer Schule.
Vielfalt als Lernchance
Ein weiteres Projekt richtet den Blick auf sprachliche Vielfalt. Mehrsprachigkeit gehört längst zum Schulalltag. Doch der Umgang damit wird unterschiedlich ausgelegt. Das Projekt von Edna Imamović fragt deshalb: Wie können Supervision und Aktionsforschung miteinander bei der Professionalisierung von Lehrpersonen stützend wirken? Die Antwort liegt häufig im gemeinsamen Nachdenken über Praxis, Erfahrungen, oder über neue Handlungsmöglichkeiten. So kann Vielfalt selbst zum Lernfeld für Schulen werden.
PAROLS-LAB
Das PAROLS-LAB versteht Schulen nicht bloß als Orte des Unterrichts. Sondern als lernende Organisationen. Organisationen, die reflektieren. Die ausprobieren. Und die dadurch immer wieder neue Lerngelegenheiten für die eingebundenen Akteur:innen schaffen. Mitten in der Praxis. Mitten in der Schule.
