Abschluss als Neuanfang
BildungLinz – 16. April 2026
Vor mehr als 400 Anwesenden wurden heute in der AULA der PHDL rund 50 Absolvent:innen der Bachelor- und Masterstudiengänge der Primar- und Sekundarstufe sowie der Weiterbildung feierlich geehrt. Besondere Stimmung verlieh dem festlichen Abend die eindrucksvolle Präsenz des 80-köpfigen Projektchors der PHDL mit Band.
Übergänge statt Endpunkte
In seiner Eröffnungsrede betonte PHDL-Rektor Dr. Johannes Reitinger, dass Professionalität in der Pädagogik nie als abgeschlossen betrachtet werden könne und die berufliche Praxis hochkomplex bleibe. Man werde auch “nicht zwangsläufig besser, je länger man unterrichtet”. Seine Überzeugung:
“Wir würdigen heute nicht nur Abschlüsse. Vielmehr würdigen wir Übergänge. Wir feiern heute die errungene Befähigung zur professionellen Weiterentwicklung auf einer differenzierteren Ebene.” Dafür brauche es auch eine reflektierte Fort- und Weiterbildung sowie Reflexion auf Metaebene.
Kreatives Schaffen als Auftrag
Inspiriert vom Buch “Kunst und Glaube” des japanisch-amerikanischen Künstlers Makoto Fujimura rückte Bischofsvikar Dr. Johann Hintermaier bei seinen Grußworten die kreative Dimension von Bildung in den Mittelpunkt. Er beschrieb Lehren und Begleiten als zutiefst schöpferischen Akt, der letztlich auf die Entfaltung von Kreativität und neuem Leben bei Kindern und Jugendlichen ziele.
Besonders eindrücklich sagte er: “Auch das wünsche ich Ihnen: Dass dort, wo geweint wird und wo Kinder weinen, Sie die Kraft haben, mitzuweinen und diese Tränen letztlich auch zu Perlen werden zu lassen und in ein Miteinander und Füreinander zu verwandeln.”
Neuanfang mit Haltung
Als Landtagsabgeordneter hob Michael Weber, BEd. in seiner Grußrede den gesellschaftlichen Stellenwert des Lehrerberufs hervor. “Der heutige Abend markiert auch einen Neuanfang.” Denn Bildung schaffe mit seinem geistigen Fundament “die Grundlage, auf der junge Menschen ihre Zukunft aufbauen können”. Damit leisten Pädagog:innen einen entscheidenden Beitrag zur Stabilität der Demokratie, der Gesellschaft und der Zukunft Österreichs.
Ähnlich wie der PHDL-Rektor betonte auch Bildungsdirektor Dr. Alfred Klampfer, dass der Studienabschluss kein Ende, sondern einen ständigen Neuanfang darstelle. “Man kann nicht nicht lernen. Auch wenn eine Stunde danebengegangen ist, lernt man daraus und macht es beim nächsten Mal anders”, sprach der Bildungsdirektor aus Erfahrung. Wahre Professionalität in der Pädagogik erreiche man nämlich nur durch lebenslanges Lernen, bewusste Reflexion, die Bereitschaft zum Scheitern und die Entwicklung einer klaren persönlichen Haltung.
Beziehungsarbeit als Herzenssache
Direkt neben ihren Kommiliton:innen auf der Bühne schilderte Absolventin Barbara Stifter offen und authentisch die Herausforderungen des Studiums – besonders während der Corona-Zeit – sowie die anfänglichen Unsicherheiten im Umgang bei Begriffen wie „Beziehungsarbeit“.
Stifter: “Nach fast drei Jahren in meiner Klasse mit Kindern, die mir sehr ans Herz gewachsen sind, verstehe ich langsam, was mit Beziehungsarbeit gemeint ist. Das entwickelt sich – mit Zeit, mit Geduld und sehr oft auch mit Umwegen”, konstatiert Stifter. Für ihr Fazit “Lehrer-sein ist eine Herzensangelegenheit” bedankte sie sich bei allen Lehrenden und Mitwirkenden an der PHDL für ihren Beitrag zur Entwicklung dieser Haltung, die stets von Respekt, Geduld und Nächstenliebe geprägt ist.
Alumni-Club-Vorsitzender Christoph Wallner, BEd MSc. ermutigte zum Abschluss die Absolvent:innen, sich das “Feuer” der Begeisterung zu bewahren, und lud sie ein, über den Alumni-Club der PHDL mit ihrer Ausbildungsstätte verbunden zu bleiben. “Ich glaube, das ist das größte Privileg unseres Berufs: dass wir jeden Tag das Gefühl haben, etwas bewirken zu können.”
Fotos der Akademischen Feier vom 16. April 2026
© PHDL/Katharina Acht
