PHDL: Auftakt für Erasmus+ BIP
WissenschaftLinz – 19. Mai 2026
Gestern begann an der PHDL der Startschuss für eine hochkarätige internationale Seminarwoche. Das Ziel: wissenschaftlicher Austausch unter Einbindung von Studierenden mit der Möglichkeit, gemeinsam eine Fachcommunity zu bilden.
An der PHDL setzen sich dabei von 18. bis 22. Mai Wissenschafter:innen und Studierende aus ganz Europa – insgesamt 14 Einrichtungen von Portugal bis Rumänien – im Rahmen eines Erasmus+ Blended Intensive Programmes (BIP) intensiv mit der historischen Vielfalt und den aktuellen Herausforderungen der deutschen Sprache in mehrsprachigen Regionen auseinander.
Best-Practice für gelebte Internationalität
„Mehrsprachigkeit [...] das ist eines der wichtigsten Themen, die uns aktuell beschäftigen können“, sagte PHDL-Vizerektorin Mag.a Johanna Fischer in ihrer Eröffnungsrede. Tief beeindruckt zeigte sie sich auch von der internationalen Resonanz, bei der das Format aus Online-Phasen und der jetzigen Präsenzwoche am Linzer Salesianumweg eine ideale Plattform für transnationale und interdisziplinäre Zusammenarbeit bietet.
Besonderen Dank sprach die Vizerektorin den Organisator:innen der PHDL aus – allen voran Dr. Boris Blahak für die inhaltliche Gestaltung des Programms sowie Dr. Sabine Reindl (PHDL-Zentrumsleitung Internationale Beziehungen) für die Koordination und das attraktive Rahmenprogramm für die internationalen Gäste.
Hochkarätige Seminarwoche: Von Prag bis Siebenbürgen
Der Montag startete mit einem Workshop zu historischer visueller Mehrsprachigkeit in Prag (Boris Blahak, PHDL). Es folgten Vorträge über literarische Mehrsprachigkeit in Böhmen im 19. Jahrhundert (Astrid Winter, Würzburg), die doppelte Identität der Zipser Sachsen bis 1918 (Klára Berzeviczy, Budapest) sowie sprachliche Interferenzen bei slowenischen Schüler:innen (Brigita Kacjan, Maribor).
Am Dienstag stehen im Fokus: der deutsch-slowenische Sprachkontakt (Uršula Krevs Birk, Ljubljana), Deutsch als Minderheitensprache in Ungarn (Elisabeth Knipf, Budapest) und als Fremdsprache in Ostmittel- und Südosteuropa (Doris Mlakar Gračner, Maribor) sowie das Sprachprofil in Rumänien (Marius-Daniel Stroia, Sibiu).
Nach einem exkursionsreichen Mittwoch geht es am Donnerstag weiter mit der ungarndeutschen Minderheitenbildung (Elisabeth Knipf, Budapest), sprachbildendem Unterricht mit Fokus auf DaZ (Gudrun Kasberger, PHDL) und Deutsch als Minderheitensprache im südosteuropäischen Raum (Mirona-Horiana Stănescu, Cluj). Am Nachmittag folgen die innere Diversität des Süddeutschen (Alfred Wildfeuer, Augsburg) und die Rolle des Tschechischen im deutschen Kontext (Kateřina Šichová, Regensburg).
Den Abschluss bilden am Freitag Einblicke in das bayerische und österreichische Standarddeutsch (Hermann Scheuringer, Regensburg), sprachliche Variation im Kontext von Migration (Sebastian Franz, Heidelberg) und ein Workshop zur inneren Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht (Gudrun Kasberger, PHDL).
Die PHDL wünscht allen Gästen und Studierenden eine inspirierende Woche, einen bereichernden Austausch und viele wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige pädagogische Praxis.
Was bedeutet BIP? Und was ist das Ziel?
An dem Erasmus+ Blended Intensive Programme „Deutsch in Mitteleuropa im mehrsprachigen Kontext“ in Linz nehmen Vertreter:innen mehrerer renommierter Hochschulen aus dem mitteleuropäischen Raum teil.
Dazu zählen unter anderem die Eötvös-Loránd-Universität und die Ludovika Universität aus Budapest, die Babeș-Bolyai Universität Klausenburg (Cluj-Napoca), die Lucian Blaga Universität Sibiu aus Rumänien, die Universitäten Heidelberg, Würzburg, Regensburg und Augsburg aus Deutschland sowie die Universitäten Maribor und Ljubljana aus Slowenien. Weitere Teilnehmende kommen von der Apor Vilmos Katolikus Főiskola (Ungarn), dem Politécnico do Porto (Portugal) und der PHDL selbst.
Das Hauptziel eines BIP ist es, Studierenden und Lehrenden aus verschiedenen Ländern eine unkomplizierte, transnationale Zusammenarbeit an aktuellen, gesellschaftlich relevanten Themen zu ermöglichen. Durch das interdisziplinäre Lernen in einer internationalen Gruppe werden globale Kompetenzen gestärkt und das europäische Gemeinschaftsgefühl aktiv gefördert.
