Schleierhafter Schleiermacher?
BildungLinz – 27. Februar 2026
Im Wintersemester 2025/26 trafen sich Interessierte aus Hamburg, Münster, Jena, Linz, Wien und Klagenfurt im digitalen Raum, um sich mit der Vorlesung „Grundzüge der Erziehungskunst“ des einstigen Pädagogen Friedrich D. E. Schleiermacher auseinanderzusetzen, insbesondere ihrer Einleitung.
Dialektisches Denken als Schlüssel
Schleiermachers dialektisches Denken stand dabei besonders im Fokus der Reflexion: Wie entfaltet er es, und inwiefern kann dieser Ansatz auch heute dazu beitragen, komplexe pädagogische Fragen differenziert zu durchdringen?
Sowohl-als-auch statt einfacher Antworten
Viele aktuelle pädagogische Diskurse legen nahe, wie hilfreich eine Denkweise sein könnte, die nicht vorschnell zu einem simplen „ja“ oder „nein“ gelangt, sondern Spannungen produktiv aushält und im Sinne eines „Sowohl-als-auch“ reflektiert. Schleiermachers dialektischer Ansatz eröffnet hier Perspektiven, die auch gegenwärtig anregend und weiterführend sind.
Ein weiterer Diskussionsstrang galt dem Begriff des „Guten“ bzw. des “ethisch Sittlichen” bei Schleiermacher: In welchem Verhältnis steht dieser bei Schleiermacher zum Religiösen? Und wie lässt sich heute bestimmen, was als erstrebenswert und förderlich für das gemeinsame Zusammenleben gelten kann? Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen erwies sich als ebenso anspruchsvoll wie inspirierend.
200 Jahre Jubiläum – Tagung an der PHDL
Die für Pädagog:innen äußerst empfehlenswerte Vorlesung feiert heuer ihr 200-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass veranstaltet die PHDL am 30. April 2026 eine Tagung unter dem Titel „Was uns zusammenhält. Über Möglichkeiten und Grenzen der Erziehung als Grundlage sozialen Zusammenhalts“.
Sie bringt Schleiermachers pädagogisches Denken erneut ins Gespräch, würdigt es und lädt zur vertieften Auseinandersetzung ein.
Infos, Programm und Anmeldung
Schleiermacher-Tagung
Weitere Infos
Leseempfehlung:
Schleiermacher, F.D.E. (1826/2000): Texte zur Pädagogik. Kommentierte Studienausgabe Band 2, herausgegeben von Michael Winkler und Jens Brachmann. Suhrkamp. (Einleitung kann auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden)
