In Gedenken an Siegfried Wlasaty
OrganisationUlrichsberg – 16. Juni 2026
In tiefer Trauer und großer Dankbarkeit nimmt die PHDL Abschied von HR Mag. Dr. Siegfried Wlasaty. Als Direktor der Pädagogischen Akademie (1989-1999) hat er den Grundstein für viele Werte gelegt, die unsere Hochschule noch heute im Alltag leiten.
Ein Nachruf von Prof. Dr. Hans Schachl:
Ein großartiger Mensch und Pädagoge ist von uns gegangen!
Nach dem erfolgreichen Abschluss des Lehramtsstudiums für Deutsch und Geschichte 1963 und dem Doktorat in Germanistik 1964 begann Dr. Wlasaty seine Lehrtätigkeit am Bischöflichen Musisch-Pädagogischen Realgymnasium in Linz, wo er sich sehr rasch als bei den Schüler:innen beliebter und fachlich kompetenter Lehrer einen guten Ruf erwarb, der im Herbst 1970 zur Mitverwendung an die noch junge Pädagogische Akademie führte.
1977 wurde er dann Stammlehrer und begeisterte Generationen von Studierenden mit seinem exzellenten Deutschunterricht: Noch heute erzählen ehemalige Studierende von seinen spannenden Unterrichtsstunden!
Siegfried Wlasaty hat das gelebt, was wir später als Leitspruch unserer Hochschule gewählt haben: „Die Menschen stärken und die Sachen klären!“ Zusätzlich zur Lehrtätigkeit an der Akademie war er gefragter Fortbildner, leitete die Arbeitsgruppe der Germanisten Oberösterreichs, war Mitglied der Prüfungskommission für das Pflichtschullehramt und auch Mitglied der Kommission für Kinder- und Jugendliteratur beim Unterrichtsministerium.
Am 13. Oktober 1989 wurde er mit der Leitung der Pädagogischen Akademie betraut und wirkte als Direktor 10 Jahre. Am 12. Februar 1996 wurde Professor Dr. Wlasaty zum Hofrat ernannt. Die Jahre als Direktor waren mehr als ausgefüllt: Neben der Leitung des Studienbetriebs hatte er umfangreiche Bautätigkeiten (z. B. Totalrenovierung der Übungshauptschule) zu managen, was viel Stressbewältigung erforderte.
Sehr bald wurde er in der Leitungskonferenz (später Bundesleitungskonferenz genannt) der Pädagogischen Akademien Vorsitzender und konnte sehr wesentlich an der nicht einfachen Weiterentwicklung der Akademien mitwirken. In seiner Sitzungsführung wurde eine seiner großen menschlichen Qualitäten besonders tragend, der bedachtsame, sehr wertschätzende Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen, sowie auch mit dem Ministerium.
Diese sehr wertschätzende Besonnenheit hat auch die Zusammenarbeit mit mir getragen: Zehn Jahre haben wir gemeinsam die Pädagogische Akademie geführt, die Betonung des Gemeinsamen war Siegfried Wlasaty ein Anliegen! Wir hatten diese lange Zeit keinen Konflikt, was auch damit zu tun hatte, dass er tolerant meine manchmal emotionalen Aktionen mit Bedachtsamkeit beantwortete.
Besonders erwähnenswert ist, dass er trotz einer schweren Erkrankung (Dialyse vom Beginn seiner Zeit als Direktor) mit großer Pflichterfüllung und hohem Engagement seine vielfältigen Aufgaben bewältigt hat. Geholfen haben ihm dabei seine tiefe Gläubigkeit und seine bewundernswert disziplinierte Lebensführung. Offizielle Anerkennung seiner Leistungen wurden ihm durch Ehrenzeichen des Bundes, des Landes und der Diözese zuteil. Sie hat sich Direktor Wlasaty wahrlich verdient!
Direktor HR Dr. Siegfried Wlasaty hat den Rat von Khalil Gibran an die Lehrenden vollinhaltlich und mit großer Überzeugung realisiert: „Wenn jemand beabsichtigt, ein Lehrer für die Menschheit zu werden, so sollte er bei sich selbst beginnen. Er sollte zuerst durch sein Beispiel lehren und dann erst durch sein Wort. Denn wer sich selbst erzieht und sich selbst zum Besseren verändert, verdient unsere Hochachtung und unseren Respekt mehr als jemand, der andere belehrt und zum Besseren bekehren will“.
Siegfried Wlasaty hat in überzeugender Weise durch sein Beispiel und auch durch sein Wort gewirkt und damit für viele Menschen ein Vorbild gelebt. Die Pädagogische Akademie verdankt ihm sehr viel!
Prof. Dr. Hans Schachl
(Emeritierter Rektor der PHDL)
Infos zum Abschied
Zum gemeinsamen Beten versammeln wir uns am Dienstag, dem 23. Juni 2026, um 19:30 Uhr in der Pfarrkirche Ulrichsberg.
Die Begräbnismesse feiern wir am Mittwoch, dem 24. Juni 2026, um 10 Uhr in der Pfarrkirche Ulrichsberg.
Anschließend begleiten wir die Urne auf den Friedhof zur Beisetzung.
Adresse: Stifterstraße 13, 4161 Ulrichsberg.
